"Ich werde kämpfen" Richard Leakey

DER SPIEGEL 43/2005 vom 24. Oktober 2005

SPIEGEL-GESPRÄCH
„Ich werde kämpfen“ Richard Leakey

Leakey: Ich nehme an, dass vor allem die Vielfalt der Landschaft entscheidend war. Der Mensch hätte nicht in der Wüste, nicht im Sumpf, nicht im tiefen Regenwald entstehen können. Wesentlich war, dass sich Savanne und Wald abwechselten. Deshalb gab es üppige und abwechslungsreiche Nahrung – und zudem ein angenehmes Klima, es herrschte permanent Sommer. Vermutlich siedelten damals Gruppen von 30 bis 40 Frühmenschen auf einem Gebiet von je hundert Quadratkilometern.

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Ruhet in Frieden: Patrick Dokata Mzee und Makosa.

Freitag, der 21. Oktober 2005 endete als einer der tragischsten und traumatischsten Tage in der 28jährigen Geschichte des David Sheldrick Wildlife Trust. Frühmorgens um 6.00 Uhr verloren wir das Leben eines unserer besten Elefanten-Keeper und das Leben eines Nashorns, mit Liebe von Hand aufgezogen von gerade einmal zwei Tagen alt, nun aber voll integriert in die Gesellschaft wilder Nashörner im Nairobi Nationalpark – aus unserer Sicht eine Nashorn-Erfolgsgeschichte. Früh am Morgen zog Keeper Patrick Dokata aus, um die anderen Keeper im Wald des Parks zu treffen, gefolgt von Shida, unserem jüngsten und noch abhängigen Nashorn-Waisen. Völlig selbstverständlich, mit dem Verstehen vergangener Ereignisse, erkannte Shida die Nähe des sechs Jahre alten Makosa, als er seine Schritte stoppte und Patrick veranlasste, zu ihm zurückzuschauen. Er forderte ihn mit einer sanften „Ah“-Imitation des Rufes einer Nashornmutter auf, ihm zu folgen, noch unwissend, dass sie sich über die ganze Weile Makosa näherten, der hinter einem Busch verborgen war. Aufgeschreckt griff Makosa aus kurzer Distanz an, und weil Patrick sich fast direkt vor ihm befand, und versehentlich erfasst wurde, gab es keine Chance zur Flucht. Er wurde augenblicklich getötet.

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Newsletter aus Kenia / die Eli-Waisen im September 2005

Die Waisen in Nairobi

Narripis Allgemeinzustand verschlechterte sich zur Monatsmitte hin, was wir auf das Durchbrechen der Zähne zurückführten, was gewöhnlich immer Fieber und Probleme im Magen-Darm-Trakt verursacht. Als Blut in seinen Ausscheidungen zu sehen war, griffen wir ängstlich auf ein anderes Antibiotikum zurück, denn wir wissen, wie stark Antibiotika das Immunsystem der kleinen Elefanten schwächen, und wir wussten, dass Narripi ein Kanditat der gefürchteten Lungenentzündung war. Andererseits wurde bereits ein Opfer erfolgreich durchgebracht, und es gab Beispiele einer erfolgreichen Anwendung bei den Rindern der Massai. Diesem Weg folgend, der die Gaben von Joghurt mit einer Milch-Mixtur beinhaltete, verbesserte sich die Diarrhoe deutlich und wir hofften, den Kampf möglicherweise gewonnen zu haben. Aber es sollte nicht sein. Narripi starb schließlich am 4. Oktober. „Newsletter aus Kenia / die Eli-Waisen im September 2005“ weiterlesen

AMBOSELI DARF NICHT STERBEN

Liebe Elefantenfreunde,
Ihr werdet die Anlehnung an Prof. Grzimeks Appell aus den 50er Jahren in Bezug auf die Serengeti bemerkt haben. Leider gibt es in Bezug auf den für seine Elefantenpopulation weltberühmten Amboseli-Park in Kenia beunruhigende Nachrichten. Dazu ein kurzer Überblick aus der Netzeitung (www.netzeitung.de):
Die kenianische Regierung kündigte an, den Status des Amboseli Nationalparks aufzuheben und -«das Land den Massai zurückzugeben-». Sie wirbt damit um Stimmen für einen Verfassungsentwurf, über den die Kenianer im November abstimmen sollen. Doch Naturschützer befürchten massive Probleme.

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Newsletter aus Kenia / die Eli-Waisen im August 2005

Die Ithumba-Waisen

Diesen Monat passierte etwas sehr Ungewöhnliches, das uns alle in Erstaunen versetzte.

Sunyei, Ol Malo und Wendi durften die anderen Waisen morgens zu ihrem Futterplatz führen. Yatta, die Matriarchin, die ganz hinten war, stürmte plötzlich nach vorne und versperrte den drei jungen Elefanten den Weg, trompetete laut und schubste sie zurück. So hatte Yatta sich noch nie benommen, sie ist immer sehr freundlich und fürsorglich zu den jungen Waisen. Als die erstaunten Keeper nachsahen, trauten sie ihren Augen kaum, als sie eine große Puffotter mitten auf dem Weg liegen sahen, aufgerollt, aggressiv und bereit zuzuschlagen. Es ist uns ein totales Rätsel, wie Yatta von dieser tödlichen Gefahr wissen konnte, wo sie weder etwas hören noch sehen konnte. Roch sie die Gefahr? Wir werden es nie genau wissen, aber dies zeigt uns einmal wieder die erstaunlichen Fähigkeiten der Elefanten und ihr vermutlich genetisches Gedächtnis. „Newsletter aus Kenia / die Eli-Waisen im August 2005“ weiterlesen