Kenia hat eine weitere Ikone verloren. Letzten Sonntag starb One Ton, einer der legendären Super Tusker, der zwischen Amboseli und Tsavo lebte. Viele kannten ihn auch von seinen häufigen Besuchen am Ol Donyo Wasserloch.Vor allem die Ranger der Big Life Foundation und Sir Richard Bonham, der Gründer dieser Organisation, kannten ihn sehr gut und werden ihn schmerzlich vermissen. One Ton war gut 50 Jahre alt geworden. Big Life-Ranger fanden ihn den Chyulu Hills und offenbar war er eines natürlichen Todes gestorben. Es sah aus als hätte er sich einfach hingelegt, ohne einen Versuch zu machen noch einmal aufzustehen.Dass One Ton ein relativ hohes Alter erreichen durfte, hoffentlich viele Nachkommen gezeugt hat und ohne Gewalteinwirkung gestorben ist gibt uns etwas Trost. R.I.P. One Ton 💔🐘Big Life’s Co-founder Richard Bonham will be sharing his personal reflections later this week, but in the meantime, Big Life is extremely sad to report the loss of One Ton, a Kenya icon. The beloved ‘super tusker’ elephant died in the Chyulu Hills on Sunday. We are confident his death was due to natural causes, and that provides some comfort, although we may never know the exact reason. He had simply lain down, and there were no signs of any struggle to stand up again.One Ton had grown into something of a totem for Big Life, after Richard first met him about 30 years ago. At that time, he was skittish and temperamental, but over the decades being protected by Big Life’s rangers, he became exceptionally trusting of people and vehicles. After knowing him for so long, the loss of this extraordinary individual will leave a huge hole in our hearts. From the rangers who protected him, to the wider Big Life community, to the guides and guests who saw him near daily, as well as the thousands who tuned in from across the world to watch One Ton on the Ol Donyo waterhole livestream.We estimate that One Ton was in his fifties, which is old for a male elephant of his size, and we had known that this day would come. However sad his death is, One Ton lived a long life and did not die at the hands of man. As conservationists and those who loved him, we really cannot ask for more than that.Thank you for spending time with us, old friend. Your inspiration lives on in us all. 📸: Jeremy Goss#Kenya #Tusker #elephant #OneTon #Conservation #ChyuluHills ... mehrweniger
Während des letzen Quartals im Jahr 2025 entdeckte das Team des Amboseli Trust for Elephants (ATE) 48 neue Kälber unter den Elefanten Amboselis. Der Babyboom der vergangenen Monate setzte sich somit fort, wodurch sich die Gesamtzahl der Geburten in diesem Jahr auf über 220 erhöhte. Mehr als 30 % der weiblichen Elefanten im fortpflanzungsfähigen Alter hatten im Jahr 2025 ein Kalb zur Welt gebracht, wodurch es zu diesem Rekordergebnis kam. Viele dieser Kälber waren Mitte 2023 gezeugt worden, also während trockener Monate, in denen es aber dank vorausgegangener reicher Niederschläge trotzdem ein gutes Nahrungsangebot gegeben hatte. Was den Babyboom in 2025 noch erfreulicher machte war die Feststellung, dass es fast allen der neugeborenen Kälber sehr gut ging. Nur zwei hatten nicht überlebt, und außerdem wurde im letzen Quartal auch bei den erwachsenen Elefanten kein Todesfall verzeichnet. Diese Entwicklung bot berechtigten Anlass für Optimismus.
Freshet und andere Mitglieder der FBs
Wenn dem ATE-Team trotzdem etwas Sorge bereitete, dann waren es die ein wenig unter dem Durchschnitt liegenden Regenmengen, die es im Dezember gegeben hatte. Doch da die früher im Jahr erhaltenen Niederschläge weit über dem Durchschnitt lagen gab es einen Puffer, der die Vegetation weiterhin kräftig hielt, so dass es noch zu keinem Nahrungsengpass bei den Elefanten kam. Allerdings war doch zu beobachten, dass der Weidedruck durch die Wildtiere und dem Vieh der lokalen Bevölkerung die Vegetation in einigen Gebieten bereits deutlich dezimiert hatte. Es blieb zu hoffen, dass die nächste Regenzeit, die von Ende März bis Ende Mai zu erwarten war, wieder ausreichend Niederschläge bringen würde.
Während der trockenen Monate kehren normalerweise viele Elefanten und andere Wildtiere in den Park zurück, da die außerhalb liegenden Gebiete nach und nach austrocknen. Die im Zentrum des Nationalparks liegenden Sümpfe bieten hingegen das ganze Jahr über verlässlich Wasser und Nahrung.
Blick auf den mit frischem Schnee gekrönten Kilimanjaro
Das Team des ATE ist zu dieser Zeit gewöhnlich sehr damit beschäftigt zu kontrollieren, wie es den einzelnen Familien geht, ob es Zuwachs oder Verluste gegeben hat oder Veränderungen in der Familienstruktur festzustellen sind.
Dieses Jahr mussten sie ihre Zeit allerdings auch für mehrere andere Aktivitäten nutzen. Ein großer Teil davon betraf Aufklärungsveranstaltungen für die lokale Bevölkerung, in deren Rahmen den Menschen vermittelt wurde, wie sie Konflikte mit Elefanten vermeiden und – falls sie dennoch eintreten – sicher und gewaltfrei lösen können. Außerdem wurde für die Ranger der Big Life Foundation, welche zu den wichtigsten Partnern des ATE zählt und außerhalb des Parks tätig ist, ein dreitägiges Training durchgeführt. Alle diese Arbeiten sind wichtig, um ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen und Elefanten zu ermöglichen und dadurch die Toleranz der Menschen gegenüber diesen Tieren zu bewahren. Dies ist unerlässlich, wenn man das Überleben der Elefanten sicherstellen will.
Die Hauptaufgabe des ATE-Teams bleibt aber natürlich die Feldforschung, um weiterhin möglichst viel über die Elefanten zu lernen sowie die Entwicklung von Familien und Individuen zu verfolgen.
Aurora B von den AAs
Eine besonders schöne Beobachtung gab es im Dezember. Die AA-Familie, die sich normalerweise ziemlich standorttreu im Zentrum des Parks aufhält, war etwas weiter gewandert und bildete eine Gruppe mit den FA- und FB-Familien sowie zehn unabhängigen Bullen. Obwohl es noch in vielen Gebieten ausreichend Nahrung gab, so dass die Elefanten nicht gezwungen waren, sich wegen der Nahrungssuche nah bei einander aufzuhalten, hatten sie sich dennoch in einer Gruppe zusammengeschlossen. Einfach nur, weil sie die Gesellschaft der anderen genossen.
Elefanten sind sehr soziale Tiere, die es gerade in Zeiten mit gesicherter Nahrungsversorgung lieben, sich mit anderen Familien und Bullen zu treffen. Es ist immer ein eindrucksvolles Erlebnis, solche Versammlungen zu beobachten, die als eine große Herde friedlich durch die Weidegründe ziehen.
Eine Gruppe der AA-Familie
Eine große Überraschung erlebte das ATE-Team bei einer Begegnung mit der KB-Familie. Beide Familienzweige, der eine angeführt von Kalliope und der andere von Kate, waren das ganze Jahr über mehrfach beobachtet worden und es ging allen gut. Vor allem auch die 2025 geborenen Kälber machten einen lebhaften und neugierigen Eindruck und wurden immer verspielter.
Kalliope, eine Matriarchin der KBsKeetee und mehrere Kälber der KBs
Von einem der neuen KB-Kälber hatte ATE Anfang des Jahres berichtet, dass es Kigali zur Welt gebracht hatte und dabei bemerkt, wie aufmerksam sich Kalybar gegenüber dem Neugeborenen verhielt. (Kalybar ist eine Nichte Kigalis, allerdings acht Jahre älter.) In den vergangenen Monaten zeigten wiederholte und sorgfältige Beobachtungen jedoch, dass Kalybar selbst die Mutter dieses Kalbs war. In Elefantenfamilien kümmern sich oft mehrere Kühe ausgiebig um die kleinen Kälber und manchmal werden diese sogar von ihnen gesäugt. Das Säugen fremder Kälber ist zwar nicht alltäglich, kann aber gerade bei eng verwandten Familienmitgliedern doch immer wieder beobachtet werden. In diesen Fällen ist es schwierig festzustellen, wer die wirkliche Mutter ist. Oft kann das Rätsel erst durch längere Beobachtungen gelöst werden. Auch dieses Verhalten zeigt den engen Zusammenhalt in einer Elefantenfamilie.
Kalybar und ihr Kalb
Das vierte Quartal des Jahres 2025 bildete den sehr erfreulichen Abschluss eines Jahres, das ohnehin bereits von überwiegend positiven Entwicklungen geprägt war. Das Team des ATE sieht daher dem kommenden Jahr mit einer guten Portion Optimismus entgegen. Dem schließen wir uns gerne an.