Die Waisen im Oktober

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Oktober 2016

 

Jetzt, da wir uns dem Ende der Trockenperiode nähern und auf die kurze Regenzeit warten, können wir kurz Zwischenbilanz ziehen und stellen fest, daß im Oktober wieder einmal viel los war! Allein in der Nursery gab es sechs Neuzugänge und weitere zwei, die zwar zu jung waren, allein in der Wildnis zu überleben, allerdings schon alt genug, um direkt in die Auswilderungsstation nach Voi gebracht zu werden. Gegen Ende des Monats zogen die ersten Regenwolken am Himmel auf und es kam zu kurzen Schauern. Wir hoffen, daß sich diese im Laufe des Novembers zu veritablem Niederschlag entwickeln – das Land hat es dringend nötig! In einer besonders harten Trockenzeit müssen wir immer mit mehr Elefantenwaisen rechnen als bereits unter normalen Umständen. Verzweifelte Elefanten saufen an Wasserstellen mit niedrigem Pegel, so daß die Babys hineinfallen. Oder die Kälber sind durch die Dürre zu geschwächt und können nicht mehr mit der Herde mithalten. Zum Wohle der Herde werden sie dann zurückgelassen. Manchmal werden sie auch verletzt, wenn die Elefantenherde sich in den Gärten und auf den Feldern der Menschen gütlich tun und diese ihre Lebensgrundlage verteidigen. „Die Waisen im Oktober“ weiterlesen

Die Waisen im September

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: September 2016

 

Die Leitkuh der Nairobi-Herde ist Oltaiyoni, die immer noch ganz besonders in ihren kleinen Ambo vernarrt ist und ihn ohne Unterlaß verhätschelt. Diese Vorzugsbehandlung ist Ambo schon ein wenig zu Kopf gestiegen, denn er weiß, daß was immer er anstellt, er Oltaiyoni auf seiner Seite hat! Die älteren Kühe haben alle ihre eigenen Lieblinge, wie z.B. Mgebu ihren Jotto. Als der sich diesen Monat einige Tage unwohl fühlte, wich sie nicht von seiner Seite, tröstete ihn und machte um jeden Pieps von ihm einen Heidenaufstand! Jotto geht es nach der Behandlung wieder gut und wurde mit Esampu und Maramoja ins Waisenprogramm aufgenommen. Esampu ist ein Unikat: zwar noch sehr klein, aber schon eine echte Handvoll, besonders zur Fütterung. Dann schubst und rempelt sie, was für die Keeper ganz schön anstrengend ist. Zum öffentlichen Schlammbad können wir sie immer erst ganz zuletzt dazulassen, denn immer, wenn die Schubkarre mit den Milchflaschen in Sicht ist, flippt sie aus. Aber wir hoffen, daß sie aus dieser Phase bald herauswächst. Tagwa, ihr Freund, benimmt sich ganz ähnlich rüpelhaft, wenn es an die Milch geht. Aber ihr Verhalten ist nachvollziehbar, denn beide hatten über lange Zeit keine Milch, als sie ohne ihre Mütter waren, und kamen völlig ausgezehrt bei uns an. Einmal mußte Mbegu Esampu von der Fütterungsstelle wegbringen, weil sie wirklich jeden (inklusive Mbegu) schubste, nachdem sie ihre eigene Milch heruntergeschlungen hatte. Aber auch die anderen Waisen haben gelegentlich ihre Aussetzer: Sana Sana hat eine Szene gemacht, als sie eine zweite Milchflasche verlangte und dabei an der Jackentasche desjenigen Keepers zerrte, der verzweifelt versuchte, sie zu füttern! Maramoja hat sich in der Zwischenzeit ein paar freche Angewohnheiten bei den älteren Waisen abgeschaut, zum Beispiel Giraffe Kiko und Straußenvogel Pea zu jagen, wann immer diese zu nah an die Elefanten herankommen. Auch die hiesigen Warzenschweine hatten es diesen Monat nicht leicht, besonders, da sie gerade Jungtiere haben, die bei Gefahr in alle Richtungen davon flitzen. Die Warzenschweinjagd hat sich förmlich zum Elefantensport entwickelt! „Die Waisen im September“ weiterlesen

Die Waisen im August

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: August 2016

Anders als in unseren Stationen im Tsavo-Nationalpark ist es in Nairobi immer noch schön grün und unsere Waisen haben viel frisches Futter zur Verfügung. In Kenias Hauptstadt war es diesen Monat, mittlerweile schon seit drei Monaten, ungewöhnlich kalt, und wenn man dem Wetterbericht glauben darf, soll das noch eine Weile so weitergehen! Unsere Babyelefanten standen immer ganz dicht beieinander, um sich zu wärmen, und die Älteren waren in letzter Zeit selten zum Baden und Suhlen zu bewegen. Stattdessen wälzten sie sich lieber im roter Erde, die extra mit Lkws für sie herangekarrt wurde.

08_2016

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