Die Rettung von Malima

Am 30. Oktober um 6:30 Uhr erhielt Trevor Jennings vom DSWT einen Anruf von einem Wildhüter des Tsavo East Nationalparks. Dieser berichtete von einem Babyelefanten, der vor der Aruba-Lodge zusammengebrochen war. Sofort fuhr ein Team an die Stelle und fand das junge Kuhkalb auf einem Hügel aus Erde, die aus einem Wasserloch ausgehoben worden war, auf der Seite liegend vor. Sie sah sehr hilflos aus, reagierte gar nicht und schien dem Tode nah zu sein. Wegen der extremen Dürre bietet die Landschaft kaum noch Futter in der Nähe von Wasser, sodass Elefantenherden schmerzvolle und herzzerreißende Entscheidungen treffen müssen: Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als ihre geliebten Familienmitglieder, die nicht mehr mit dem Rest der Herde mithalten können, zurückzulassen, damit die Herde noch weit genug wandern kann, um genug Futter zu finden. Dieses Kalb war so ein Fall – zu schwach um weiterzugehen.

 

–  „Die Rettung von Malima“ weiterlesen

Die Rettung von Malkia

In den weiten Ebenen Tsavos war viele Jahre lang eine majestätische alte Elefantendame zu Hause, die man immer gut an ihren beeindruckenden Stoßzähnen erkennen konnte. In diesem Jahr allerdings, in dem nach spärlichem Regen im April und Mai die Trockenzeit besonders lang und hart ausfiel, forderten die schwierigen Bedingungen ihren Tribut auch von dieser alternden Elefantenkuh. Sie wurde gefunden, nachdem sie zusammengebrochen war, mit einem jungen Kalb an ihrer Seite.

 

–  „Die Rettung von Malkia“ weiterlesen

Die Rückkehr von Emilys Ex-Waisen-Herde am 1. Dezember 2016

Der Tsavo-Nationalpark und seine unmittelbare Umgebung nehmen eine riesige Fläche von über 40.000 Quadratkilometern ein und sind die Heimat von Kenias größter Elefantenpopulation – aktuell ungefähr 11.000 Tiere. In der Vergangenheit mussten die Elefanten, um zwischen dem Ost- und dem Westteil des Parks sowie dem Farmland dazwischen hin und her zu wandern, eine einzelne Bahnstrecke und eine Hauptstraße, die Nairobi mit der Hafenstadt Mombasa verbindet, überqueren. Auch die Gebiete, auf denen heute die Farmen liegen – zwischen den Teilen des Parks und im Westen und Süden an ihn angrenzend – stellen historisch wichtige Weidegründe für die Elefanten dar. Vor langer Zeit war die Straße geschottert, später asphaltiert, doch damals war der Verkehr noch überschaubar. Heute wird die Bahnstrecke von einer chinesischen Firma in eine neue Trasse mit standardisierter Spurbreite umgebaut, die Nairobi mit der Küste und dem Hafen von Mombasa verbinden soll. Sie verläuft größtenteils auf einem hohen Damm und wird bald fertiggestellt sein. Außerdem gibt es Pläne, die alte Hauptstraße durch eine vier bis sechs Fahrbahnen breite Autobahn zu ersetzen, denn die Straße ist heute schon von LKWs und Fahrzeugen verstopft, die nicht nur nach Nairobi wollen, sondern noch weiter ins Innere von Afrika, nach Uganda und Ruanda.

Die neue Bahnstrecke ist mit ein paar Tunneln ausgestattet, damit die Wildtiere zwischen dem Ost- und dem Westteil des Parks und den Farmen wandern können; die Elefanten wie auch alle anderen Tiere müssen nun lernen, wo diese Durchgänge sind, sie benutzen und danach noch die Hauptstraße auf der anderen Seite überqueren. Glücklicherweise sind Elefanten sehr intelligent, und unter denen, die diese neue Hürde bereits überwunden haben, ist auch unsere Ex-Waisen-Herde; sie sind seinerzeit von Hand aufgezogen worden und führen nun ein völlig normales wildes Leben, integriert in die eingeborene Elefantenpopulation Tsavos.

Emilys Herde frisst Luzernenheupellets zusammen mit den abhängigen WaisenEmilys Herde bei den abhängigen Waisen

„Die Rückkehr von Emilys Ex-Waisen-Herde am 1. Dezember 2016“ weiterlesen

Die Rettung von Kelelari mit einem besonders großen Flugzeug

In den Weiten der Maasai Mara wurde ein etwa vier Jahre alter verwaister Elefant gesichtet. Alle dachten und hofften, dass er alt genug wäre, um ohne seine Mutter überleben, sich wieder in seine Familie integrieren und sein wildes Leben weiterführen zu können. Seine Geschichte ging aber anders aus, und er war von diesem Moment an allein unterwegs. Lodge-Besitzer in der Maasai Mara und ihre Gäste beobachteten diesen kleinen, einsamen Elefanten über Monate und hofften, dass er sich irgendeiner Herde anschließen würde, was aber nie passierte.

Seine Größe verkomplizierte die Angelegenheit, denn er war schon ein ziemlich großer Elefant, der nicht so einfach mit einem Flugzeug, wie wir es üblicherweise benutzen, gerettet werden konnte – eine Rettung wäre logistisch eine echte Herausforderung. So vergingen einige Monate, und während dieser Zeit blieb er immer in der Nähe von Gebäuden und Menschen, da er sich der Gefahr, in der er in dieser Gegend mit vielen Raubtieren ohne den Schutz seiner Herde schwebte, sehr bewusst war. Wenn man sich klar macht, dass das Leben von Elefanten stets von ihren Sozialstrukturen und ihrer fürsorglichen Familie bestimmt wird, kann man sich vorstellen, wie furchtbar und angsteinflößend es für einen so kleinen Elefanten sein muss, ein einsames und isoliertes Leben in der Maasai Mara zu führen. Bald geriet er ins Visier der Raubtiere, und er überlebte drei verschiedene Löwenangriffe. Zweimal wurde er von einer Büffelherde gerettet, deren Gesellschaft er gesucht hatte. Die Büffel gerieten in Panik und rannten wild herum, sodass die Löwen es sich noch einmal überlegten. Der letzte Angriff hinterließ tiefe Biss- und Krallenwunden am Rücken, und er verlor dabei seinen Schwanz. Alle, die ihn und seinen verzweifelten Kampf ums Überleben beobachtet hatten, waren nun davon überzeugt, dass es Zeit war, Berge zu versetzen, um ihn zu retten.

„Die Rettung von Kelelari mit einem besonders großen Flugzeug“ weiterlesen

Umani Springs November 2016

Dienstag, 1. November 2016
Murera, Sonje und der kleine Mwashoti schlossen sich mit Lima Lima, Ziwa und Alamaya zusammen und gingen hinaus, um die üblichen Aktivitäten im Wald zu beginnen. Sie suchten nach dem frischen Gras, das sich seit Beginn der Regenfälle zeigt. Einige wunderschöne Schmetterlinge waren auch zu sehen, und Alamaya war gar nicht begeistert davon, dass sie vor ihm entlang flogen. Er drohte ihnen und trompetete laut. Sonje und ihre beste Freundin Murera sahen dem Treiben zu. Sie schauten in alle Richtungen und passten auf, dass die frechen Jungs die Kleinen nicht ärgern würden, die sie beschützen. Nur der größte Bulle Jasiri setzte an, den kleinen Jungs hinterher zu laufen, doch er drehte schnell wieder um und überließ sie den Leitkühen.

Alamaya

„Umani Springs November 2016“ weiterlesen