Ex-Waise Emily wird wegen einer Pfeilwunde behandelt

Zwischen den Nationalparks Tsavo East und Tsavo West liegt ein Schutzgebiet auf dem Gelände einiger benachbarter Farmen, dessen Wasserloch täglich von wilden Herden bestehend aus über 200 Elefanten besucht wird, die kommen und gehen. Eine bestimmte Herde verließ das Wasserloch aber nie, wie am späten Nachmittag des 12. Oktober festgestellt wurde. Die Manager des Schutzgebietes bemerkten, dass eine der Kühe immer wieder dicht an den Zaun herankam und irgendwie traurig aussah, gerade so als ob sie um Hilfe bitten würde. Sie spürten, dass etwas nicht stimmte und schauten sie sich etwas genauer an. Dabei entdeckten sie ein Objekt, das aus ihrer Seite ragte. Sofort wurde das vom DSWT finanzierte mobile Tierarzt-Team gerufen, doch da es schon fast dunkel war, wurde beschlossen, am nächsten Tag zu handeln.

Das Anti-Wilderei-Team des Schutzgebietes war früh am Morgen auf den Beinen, um den Spuren der Herde zu folgen. Sie gingen ihnen durch den Busch hinterher bis zurück zum Wasserloch, wohin die Kuh inzwischen mit ihrer Herde zurückgekehrt war. Sie wollten wegen der großen Hitze dort saufen, und nun stand sie erneut nachdenklich am Zaun herum. Als das Tierarzt-Team vor Ort war, stellten sie mit Erstaunen fest, dass es sich bei der Kuh um Ex-Waise Emily und bei der Herde um die Ex-Waisen handelte!

Emily am SchlammbadEmily mit ihrer Herde
Die Pfeilwunde, von Schlamm bedecktDas Tierarzt-Team untersucht Emily
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Wild geboren – Ex-Waise Thoma hat ein Baby

Ex-Waise Thoma kam am 11. August 2001 zu uns und war zu dieser Zeit erst wenige Monate alt. Sie gehörte zu einer kleinen Population von geflohenen Elefanten, die in einem kleinen Waldgebiet an den Thompson-Fällen (heute bekannt als Nyahururu) vor der menschlichen Bevölkerung Schutz gesucht hatte, die um sie herum siedelten und Landwirtschaft betrieben. Immer wenn sie aus dem Wald kamen – üblicherweise nur im Schutz der Dunkelheit – gerieten sie mit den Menschen in Konflikt, und dabei sind die Elefanten immer die Verlierer! Thomas erste Wochen waren schwer, und wir mussten lange und hart daran arbeiten, sie zu retten. Sie war sowohl körperlich als auch mental in einem besorgniserregenden Zustand. Ihre Kindheit verbrachte sie im Waisenhaus des DSWT im Nairobi Nationalpark. Dank der Liebe und Fürsorge, die sie in diesen entscheidenden frühen Jahren erhielt, erholte sie sich schließlich und konnte bald den Weg in die Auswilderung antreten, mit dem Ziel, irgendwann wieder ein normales Leben in Freiheit führen zu können. In unserer Auswilderungsstation in Voi im Tsavo East Nationalpark wurde sie Teil der Herde von Leitkuh Emily.

 

 

Schließlich vollendete sie den Auswilderungsprozess, der viele Jahre dauert, denn Elefanten altern in ähnlicher Geschwindigkeit wie Menschen. Sie lebt nun in Emilys Ex-Waisen-Herde, die zwischen Tsavo und den angrenzenden Gebieten umherwandert, wie es soviele wilde Elefantenherden seit Jahrtausenden tun, wenn es während der Trockenzeit außerhalb des Parks mehr zu fressen gibt. Über die Jahre waren wir immer stolz, wenn wir über die wildgeborenen Babys in Emilys Herde berichten konnten: Emilys eigene Töchter Eve und Emma, Edies Nachwuchs Ella und Eden sowie kürzlich auch Sweet Sallys kleiner Safi und Icholtas Inca! Thoma, aber auch Mweya, Seraa und Ndara sind währenddessen sehr gute Kindermädchen für all diese Babys geworden und sind manchmal beschützender und fürsorglicher als die Mütter selbst.

Am 24. Oktober erreichte uns die Neuigkeit, dass Thoma ein unglaublich süßes Bullkalb zur Welt gebracht hatte, das wir Thor genannt haben. Sie zeigte es stolz den Keepern der Stallungen vor, die vorbeigekommen waren, um herauszufinden, wessen Nachwuchs da geboren wurde. Thor ist das 23. wildgeborene Kalb unserer Ex-Waisen, und jedes einzelne demonstriert eindrücklich den Erfolg des Waisenprojekts des DSWT. Und darüberhinaus zeigt es das Vertrauen und die Liebe, die unsere Ex-Waisen für ihre Keeper haben, die sie so nah an ihren kostbaren Nachwuchs heran lassen.

Thor nuckelt an ThomaThor läuft hinter seiner Mutter her
Thor am Tag nach seiner GeburtThor ist noch ganz faltig!
Thor mit einem seiner SpielkameradenThoma, Thor und die Keeper aus Voi
Thor steht unter seiner Mutter ThomaThor und Thoma
Glücklicherweise ist Emilys Herde während der Trockenzeit zusammen mit über 200 wilden Elefanten in einem Schutzgebiet geblieben, in dem es ausreichend Wasser und Futter gibt, trotz der überall sonst herrschenden dürreähnlichen Zustände. So konnten sie regelmäßig beobachtet und Thors erste Wochen gut dokumentiert werden. Er ist ein kleiner Wonneproppen, voller Energie und steht die ganze Zeit unter der Bewachung seiner hingebungsvollen Nannys Seraa, Ndara und Mweya, die hoffentlich auch bald eigene wilde Kälber bekommen werden! Thor ist in eine fürsorgliche Großfamilie hineingeboren worden, umgeben von viel Wärme und Liebe; und in den übrigen Babys der Herde, insbesondere Safi und Inca, hat er auch ein paar großartige Spielkameraden.

Thor folgt Thoma zum WasserlochThor ist sehr verspielt
Ein frecher kleiner JungeThor und einer seiner Spielkameraden
Thor nuckelt an seinem RüsselVerspielter kleiner Thor
Staubbad!
(übersetzt aus dem englischen Original)

Umani Springs Oktober 2016

Samstag, 1. Oktober 2016
Sonje begann den Tag damit, nach den Babys zu schauen. Sie lud sie ein, mit ihr zu spielen, als sie sich auf den Boden legte und sich den Bauch kratzte. Sowohl Alamaya als auch Mwashoti machten gerne mit und hatten viel Spaß beim Spielen mit ihr. Murera stand währenddessen an der Seite und wartete darauf, dass die beiden Jungs sich ihr anschließen würden; es nützte aber nichts, denn Sonje hatte ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit.
Später kam Lima Lima zu Alamaya, und er ging ihr entgegen, steckte seinen Rüssel in ihren Mund und flüsterte seiner Freundin etwas zu. Nachdem die beiden eine Weile gemauschelt hatten, wurden die Babys plötzlich von ein paar Büffeln aufgeschreckt, die ihren Weg kreuzten. Als sie alle aus dem Weg rannten, ging Alamaya verloren und niemand wusste, wo er war. Die Keeper riefen nach ihm und hörten ihn aus der Ferne trompetend antworten. Lima Lima und Zongoloni machten sich daran, ihn zu holen und wieder mit dem Rest der Waisen zu vereinen. Als er zurückkehrte, wurde er vom Rest der Gruppe mit ausführlichem Trompeten und Kollern begrüßt.

Die Waisen schuffeln verspielt ihre Hinterteile

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Voi Oktober 2016

Samstag, 1. Oktober 2016
Der Morgen war wunderbar, und die Waisen kamen gutgelaunt aus ihren Gehegen. Sie tranken ihre Milchflaschen, bevor sie zum Frühstück gingen. Es war ein geschäftiger Tag, und die Waisen brachen an den Stallungen auf, sobald sie ihr Zusatzfutter gefressen hatten. Sie wollten am Morgen so viel grasen wie möglich, was sie auch taten, bis es Zeit für ihre Mittagsmilch war, die sie am nördlichen Fuß des Mazinga-Bergs bekamen. Panda leerte ihre Flasche und warf dann ein Auge auf Arabas Anteil. Araba versuchte gleich, Panda daran zu hindern, ihre Milch zu stehlen, und auch die Keeper griffen ein und sprachen Panda eine deutliche Warnung aus, damit sie Araba in Ruhe ihre Milch austrinken ließ.
Die Waisen gingen dann unter der Führung von Lentili und Naipoki zum mittleren Wasserloch. Dort blieben sie eine Weile, bevor sie in den umliegenden Ebenen weitergrasten. Eine halbe Stunde vor dem Aufbruch nach Hause trugen Tundani und Nelion ein verbissenes Kräftemessen aus. Es war einer der Kämpfe, bei dem die Rangfolge unter den Waisen ermittelt werden sollte. Danach folgten die beiden ihren Kollegen nach Hause.

Panda hat es auf Arabas Milch abgesehen

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Die Rettung von Tamiyoi

Am 16. Oktober 2015 erhielten wir eine Meldung über ein kleines Elefantenmädchen, das einsam und verlassen in einem Brunnen in der Nähe von Maralal in Nordkenia feststeckte. Sie war von Hirten der Samburu entdeckt und dem Kenya Wildlife Service (KWS) gemeldet worden. Der KWS holte sie dort heraus und informierte uns über die Rettungsaktion.

 

 

Wir schickten sofort ein Flugzeug zum Wamba-Flugfeld los, ungefähr eine Stunde Flugzeit von Nairobi entfernt. Als unser Team dort gelandet war, traf es nicht nur auf die KWS-Wildhüter, die das Kalb gerettet hatten, sondern wurde auch von einer Menge Leute begrüßt, die kaum zurückzuhalten waren, weil sie sehr neugierig waren, was mit diesem winzigen Babyelefanten geschehen würde.

Tamiyoi wird zum Flugzeug gebrachtDas winzige Baby bekommt etwas Milch
Tamiyoi bekommt Milch und WasserTamiyoi wird unter den Augen der Menschenmenge auf den Flug vorbereitet
Erstaunlicherweise lief dieses furchtlose kleine Kalb den Männern auf dem Flugfeld ohne zu zögern hinterher und wirkte gar nicht gestresst von der Anwesenheit so vieler Menschen. Sie trank sogar sehr gut, ehe sie auf die Reisematratze gelegt und festgebunden wurde. Es mangelte nicht an helfenden Händen, und so war sie schnell in das Flugzeug geladen und auf den Flug vorbereitet.

Tamiyoi wird für den Flug auf die Matratze gelegtTamiyoi schläft während des Fluges
Sie kam in relativ gutem Zustand im Waisenhaus in Nairobi an und war bemerkenswert ruhig und von Anfang an den Keepern gegenüber sehr zutraulich. Es ist schwer zu sagen, wie lange sie schon ohne ihre Mutter hatte auskommen müssen; ihre Ankunft fiel jedenfalls gerade mit dem Beginn des heiklen Zahnungsprozesses zusammen, sodass wir vermuten, dass sie ungefähr zwei Monate alt war. Wir nannten sie Tamiyoi, nach der Gegend, aus der sie stammt.

Tamiyoi kommt in ihren Stall und nuckelt an den Fingern der KeeperTamiyoi in ihrem neuen Stall
Tamiyois Weg durchs Leben war zunächst unsicher, denn wir mussten sehr darum kämpfen, sie am Leben zu halten. Während anfangs alles gut war, verschlechterte sich ihr Zustand während der Zeit, in der sie ihre Zähne bekam, und ihr Leben hing am seidenen Faden. Ein gutes Zeichen in diesen schwierigen Monaten war, dass Tamiyoi in all der Zeit versuchte, Gras und ein paar wilde Beeren zu fressen, die sie im nahegelegenen Gebüsch fand. Kein anderer Elefant in ihrem Alter hatte das zuvor getan. Die Keeper mussten jeden Tag mit ihr an „Tamiyois Beerenstrauch“ vorbeigehen, damit sie die heruntergefallenen Früchte fressen konnte, bis sie zufrieden war. Die Keeper sammelten auch einige der Früchte für sie und gaben sie ihr, wann immer sie danach verlangte. Es schien, als würde Tamiyoi irgendetwas in ihrem Körper fehlen, doch trotz all unserer Bemühungen, verschiedenster Tests und Anpassungen ihrer Milchmischung verbesserte sich ihr Gesundheitszustand über viele Monate kaum; währenddessen brach sie immer wieder zusammen.

Kiko und Tamiyoi mit einem KeeperTamiyoi und einer ihrer Freunde folgen ihrem Keeper
Tamiyoi spielt mit ihrem Keeper
Tamiyoi durchzubringen war eine Herkulesaufgabe für das ganze DSWT-Team, doch ohne Zweifel war auch ihr außerordentlicher Lebenswille dabei ausschlaggebend. Mit ihrer bezaubernden Art hat sie die Herzen all derer erobert, die am Kampf um ihr Leben beteiligt waren. Seit etwa vier Monaten hat sich ihr Zustand nun immer weiter verbessert. Sie sieht noch immer leicht unterernährt aus und hat einen ungewöhnlich runden Bauch, doch es ist zu sehen, dass sie nun Woche für Woche kräftiger wird. Ihre Wangen füllen sich wieder und ihre Haut, die vorher dünn wie Papier war, erholt sich ebenfalls; eine ungesunde Haut ist immer ein Anzeichen dafür, dass mit dem Gesundheitszustand eines Elefanten etwas nicht stimmt.

Luggard, Pare, Tamiyoi, Esampu und dahinter KikoTamiyoi führt die kleine Babygruppe an
Tamiyoi ist Teil der Herde gewordenTamiyoi draußen im Wald
Tamiyoi und ihr Keeper
Mit großem Stolz können wir nun sagen, dass wir uns sicher genug sind, Tamiyoi für das Patenprogramm freizugeben – ein ganzes Jahr nachdem sie gerettet wurde. Wir haben bis jetzt noch gezögert, obwohl bereits hunderte Leute sie unterstützen wollten, denn immer wenn wir uns fast dazu durchgerungen hatten, verschlechterte sich ihr Zustand wieder, sodass wir vorsichtig wurden. Wir waren lange Zeit nicht sicher, dass sie das Schlimmste überstanden hat. Obwohl sie für ihr Alter von einem Jahr sehr klein ist, hat dieses Elefantenbaby ein großes Temperament und seinen eigenen Kopf. Die Liebe ihrer Elefantenfamilie, sowie der fürsorglichen Menschen, die Tag und Nacht um ihr Leben gekämpft haben, hatte großen Anteil daran, dass sie es geschafft hat. Wir freuen uns schon darauf, Tamiyoi zu der wunderbaren Leitkuh heranwachsen zu sehen, die sie sicherlich einmal werden wird. Sie wird die Freude erleben, mit ihrer eigenen, wieder wilden Familie in der freien Natur leben zu können. Bis dahin haben wir aber die Ehre, die wunderbaren Kinder- und Jugendjahre mit ihr zu teilen und ihre bedingungslose Liebe und offensichtliche Dankbarkeit genießen zu dürfen.

Übernehmen Sie jetzt eine Patenschaft für Tamiyoi

Tamiyoi_web

 

Die süße kleine Tamiyoi sieht nun viel gesünder aus
(übersetzt aus dem englischen Original)