Nairobi Nursery August 2016

Montag, 1. August 2016
Die Waisen kamen heute wie üblich aus ihren Gehegen und gingen in den Busch hinaus. Kamok und ihr Adoptivbaby Ngilai setzten sich vom Rest der Gruppe ab und grasten in den nahegelegenen Büschen. Ihre Zeit zu zweit endete, als zwei Löwen, die auch in der Nähe waren, laut brüllten und so auf sich aufmerksam machten. Kamok und Ngilai rannten daraufhin schreiend zu den anderen Waisen und ihren Keepern zurück. Oltaiyoni lief ihnen sofort entgegen, gefolgt von Roi, Mbegu, Kauro und Tusuja, die alle trompeteten und die Büsche zertrampelten. Auch die Keeper machten mit und brüllten laut, um die Löwen zu verscheuchen. Als diese weiterbrüllten, ging Oltaiyoni dazu über, Äste abzubrechen und sie herumzuwerfen und drohte in die Richtung, aus der das Gebrüll kam. Die Keeper brachten die Babys sicherheitshalber weg, und Oltaiyoni, Roi, Mbegu und Kauro bildeten die Nachhut, wobei sie weiter stampften und trampelten, um ihrem Ärger über die Löwen Luft zu machen. Kiko wurde auch zu den Stallungen zurückgebracht, bis wir sicher waren, dass die Löwen fort waren.

Kamok holt ihr Adoptivbaby Ngilai

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Lissas fünftes wildgeborenes Baby Leo

Im Jahr 1988 wurde ein zweijähriges Elefantenkuhkalb in der Nähe der Mackinnon-Straße gerettet und nach Voi in Tsavo-East gebracht, wo sich Daphne Sheldrick und ihr Team um sie kümmerten und sie schließlich aufzogen. Sie war allein und abgemagert und hatte ein verformtes Hinterbein, das offenbar gebrochen war. Sie wurde nach ihrem Retter Lissa genannt, und wir vermuteten, dass sie ein Opfer der Wilderei geworden war, die in den 80er und frühen 90er Jahren ganz besonders schlimm war. Zu dieser Zeit fanden sich beinahe täglich Kadaver von Elefanten, die von Wilderern getötet worden waren.

Lissa wurde erfolgreich in Voi aufgezogen und schaffte es, ihre körperlichen wie auch emotionalen Schäden zu überwinden. Sie wuchs als Teil der damals weithin bekannten Waisenherde von Tsavo-East auf, in den ersten Jahren unter den Fittichen von Eleanor und später der Waisenleitkuh Malaika, die dann unter herzzerreißenden Umständen bei der Geburt ihres ersten Kalbs starb. Lissas Geschichte dagegen ist trotz ihres tragischen Beginns eine Geschichte des Neuanfangs; sie kennt die Freude, eine Familie zu haben und ein wildes und freies Leben zu führen, was ihr nun schon seit 30 Jahren vergönnt ist.

Die kleine Lissa mit EleanorEmily, Imenti, Lissa, Ewaso, Mpenzi und Edo im Jahr 1996
Am 20. August 2016, nachdem wir Lissa fast drei Jahre nicht gesehen hatten, tauchte sie in Begleitung ihres ersten und ihres dritten Kalbs, Lara und Lugard, auf und überraschte und begeisterte die Keeper. Und sie hatte noch einen weiteren kleinen Wonneproppen dabei, ein männliches Kalb, ungefähr vier Monate alt, das wir Leo genannt haben. Er machte den Eindruck, als würde er sich an den Voi-Stallungen schon sehr gut auskennen.

Wir dachten, dass Leo ihr fünftes Baby sei, sind aber inzwischen etwas verwirrt, denn am folgenden Tag tauchte Lissa mit zwei Babys an ihrer Seite auf, und es sah ganz so aus, als wären es ihre eigenen! Wir fragen uns, ob das ältere, ungefähr dreijährige Kalb vielleicht eine weitere Tochter ist, die sie während ihrer langen Abwesenheit zur Welt gebracht hat.

Lissa kommt mit Leo an den Stallungen anLeo spielt
Leo säugt an den StallungenLissa, Leo und ein weiteres, schon etwas älteres Kalb
Lissas erstes Kalb wurde 1999 geboren, und wir haben sie Lara genannt. Das zweite heißt Lali und kam 2002 auf die Welt, während das dritte, Lugard, ein Bulle ist und 2007 geboren wurde. Ihr viertes Baby wurde 2011 ebenfalls ein Junge und heißt Lazima.

Lissa und zwei ihrer Kälber an den Stallungen im Jahr 2010Lissa und ihre zwei Kälber 2005
Nachdem die Keeper eine Woche mit Lissas Herde verbracht hatten, wurde ihnen klar, dass noch ein weiteres kleines Kuhkalb zur Familie gehört, das ungefähr fünf Monate alt ist. Sie stellten erstaunt fest, dass es sich dabei um Lissas Enkelin handeln muss – das erste Baby von Lara! Dieser kleine Elefant heißt seitdem Leah.

Wir hoffen, dass Lissa und ihre Familie uns in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin besuchen werden und wir stolz mehr von ihnen berichten können. Außerdem können wir auf diese Weise natürlich auch mehr über das Leben dieser hochintelligenten Tiere lernen.

Es war wundervoll, die Freude dieser wilden Elefantenherde zu teilen, die letztlich nur Lissas Rettung und ihrer anschließenden erfolgreichen Auswilderung in Tsavo zu verdanken ist. Erfahrungen wie diese sind es, die die Arbeit des DSWT am besten verdeutlichen. Und es zeigt, dass all die Mühen und die hingebungsvolle Unterstützung von Menschen auf der ganzen Welt nicht nur wildes Leben retten, sondern auch neues Leben erschaffen kann.

(übersetzt aus dem englischen Original)

Voi Juli 2016

Freitag, 1. Juli 2016
Es war ein schöner Start in den Tag, als die Waisen herauskamen und nach den Milchflaschen zum Luzernenheufrühstück übergingen. Dann spielten einige von ihnen ein wenig Fangen und Verstecken auf den Gelände der Stallungen, bevor sie alle zu den Weidegründen gingen, um dort in einer Reihe zu grasen.
Später am Vormittag wurde von den Scouts des Tsavo Trusts in der Nähe der Dida-Harea-Windmühle ein verwaistes Elefantenkalb gesichtet. Das Kalb war ganz allein und wurde eine Weile beobachtet, um zu sehen, ob es sich wieder einer Herde anschließen würde. Als das nicht passierte, riefen die Scouts die Stallungen in Voi an, um eine Rettung zu ermöglichen. Es wurde ein Rettungsteam mobilisiert und das Hauptquartier in Nairobi angerufen, damit von dort ein Flugzeug geschickt werden konnte. Das Team fing das Kalb ein und brachte es zum Voi-Flugfeld, wo es vom Flugzeug abgeholt und ins Waisenhaus nach Nairobi gebracht wurde, da es noch sehr klein war.

Araba kratzt sich genüsslich an einem Felsen

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Umani Springs Juli 2016

Freitag, 1. Juli 2016
Heute Morgen holte Lima Lima ihren kleinen Freund Alamaya ab, bevor sie die ganze Gruppe von den Stallungen zu den Chyulu-Bergen führte. Später waren die Waisen am Wasserloch, und nachdem sie ihre Milch getrunken hatten, ging Mwashoti zum Pool und versuchte, sich nach dem heißen Sonnenschein abzukühlen, indem er sich mit seinem kleinen Rüssel bespritzte. Es war heute sehr heiß für die Babys, sodass sie sich immer wieder im Matsch wälzen mussten. Danach ruhten sich einige von ihnen im Schatten aus, wie Faraja und sein Albino-Freund Jasiri, denen die Hitze besonders zu schaffen machte.

Mwashoti bringt sich in Position zum Wälzen

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Ithumba Juli 2016

Freitag, 1. Juli 2016
Makireti, Kilabasi und Kasigau schlossen sich am Morgen den Waisen an, und sie machten sich alle zusammen über das Luzernenheu her. Ein wenig später kamen Yattas und Mulikas Gruppen an, sodass die Kleinen nicht mehr ungestört fressen konnten. Sie begannen, angeführt von Shukuru, soviel Heu aufzusammeln wie ihre Rüssel tragen konnten und machten sich dann davon, um in Ruhe zu grasen.
Im Busch wälzte sich Vuria auf dem Boden herum, was Garzi und Bongo anlockte. Garzi war zuerst da und forderte Vuria zum Ringkampf heraus, während dieser noch auf dem Boden lag. Kurz darauf kam Bongo ins Spiel und schob Garzi weg, um selbst mit Vuria zu spielen. Enkikwe staubbadete eine Weile, während sich Bomani Garzi beim Grasen anschloss. Später verwickelte Garzi Laragai in einen Ringkampf, den er aber verlor. Gegen 11 Uhr am Vormittag legten die Waisen ein kurzes Schlammbad ein, nachdem sie ihre Milch getrunken hatten, und kehrten dann zum Grasen zurück. Am Nachmittag machten sie sich im Kanziku-Gebiet breit. Es war sehr heiß und die Sonne schien unerbittlich. Barsilinga und Vuria konnten sich nicht über einen Fleck Schatten einigen, den sie beide benutzen wollten, und die Meinungsverschiedenheit wuchs sich zu einem echten Kampf aus. Barsilinga gab schließlich nach und ging einen anderen Baum suchen, in dessen Schatten er sich stellen konnte.

Vuria spielt mit Garzi

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