Die Waisen im April

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: April 2019

 

Es war unsäglich heiß in der Nursery und wir rechneten jeden Tag mit dem Regen. Die Vegetation wurde täglich trockener und die Waisen müssen jetzt weiter laufen, um genug Futter zu finden. Unsere Kleinsten, Larro und Neuankömmling Kiombo folgten Malima und Sagala auf Schritt und Tritt, und die Beiden entwickelten regelrechte Muttergefühle und waren sehr fürsorglich. Weil sie schon um einiges älter sind, konnten sie an die höher liegenden Äste und Zweige reichen und zogen sie für die Kleineren herunter. Malima ist zwar jetzt freundlicher zu den jüngsten Waisen, aber sie ist immer noch sehr frech und hört auch nicht immer auf die Keeper – genau wie ihr Freund Kuishi. Die beiden feisten Jungkühe werden wohl gegen Ende des Monats nach Tsavo umziehen. Es ist an der Zeit, daß sie von den älteren Elefanten unter deren Fittiche genommen werden und ein paar Manieren lernen. Kuishi versucht bei der Mittagsfütterung immer, die um die Schubkarre verschüttete Milch aufzusaugen und mag es überhaupt nicht, wenn jemand anderes es ihr nachmacht. Zur Fütterung fängt sie auch gerne mal eine Rauferei an, genauso wie wie Kiasa, die kein Stück ruhiger geworden ist. Als Kuishi eines Tages keine verschüttete Milch vorfand, schmiß sie aus Frust alle leeren Flaschen herum! „Die Waisen im April“ weiterlesen

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 31.03.2019

Sonntag, 31. März 2019
Alamaya und Sonje kamen heute als erste aus den Gehegen, während die anderen noch drin waren und Luzernenheupellets futterten. Murera und Ziwa hielten es für eine tolle Idee, Heuballen aus dem Lager zu holen und sie sich schmecken zu lassen. Sie schleiften das Heu sogar bis hinaus – vermutlich dachten sie, dass auch Alamaya und Sonje etwas ab haben wollten, aber die beiden waren zufrieden mit den Zweigen, die sie fraßen. Faraja und Jasiri umschlangen ihre Rüssel beim Kräftemessen. Jasiri gab nach einer Weile auf, sodass Faraja seinen Sieg feierte und im Gebüsch herumstampfte.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 19.03.2019

Dienstag, 19. März 2019
Ziwa, Faraja und Jasiri bekamen es am Morgen mit Murera zu tun; sie hatten den kleinen Mwashoti aus dem Weg geschubst, als dieser ein Plätzchen zum futtern gesucht und an den dreien vorbeigekommen war. Murera hatte das mitbekommen und war schnell zur Stelle, um den Bullen eine Lektion zu erteilen. Jasiri rannte ins Gebüsch, und als er zurückkam, hielten sich die drei fern von Murera, die nun mit Sonje und Mwashoti zusammen futterte.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 04.03.2019

Montag, 4. März 2019
Am Wasserloch landeten heute die Kraniche mit ihrem Nachwuchs, um dort nach Grashüpfern zu suchen. Quanza und Ngasha wollten sie nicht in der Nähe haben und versuchten, sie zu verscheuchen. Jedesmal, wenn sie ihnen nahe genug kamen, flogen die Vögel kurz auf, sodass die Elefanten ins Leere liefen. Ngasha und Faraja schafften es irgendwie, den Vögeln zu folgen, aber Ziwa und Sonje trompeteten nur herum, ohne dass sie viel ausrichten konnten. Es wurde ein heißer Tag, und vor allem den Albinos machte die Hitze zu schaffen, sodass sie nach Möglichkeiten zum abkühlen suchten. Jasiri und seine Freunde machten sich an der Wasserleitung zu schaffen, aber die Keeper brachten sie wieder davon ab und gingen mit ihnen zum Wasserloch. Dort genossen sie schließlich ein Schlammbad, bevor sie sich einstaubten und danach wieder zu den Stallungen zurück gingen.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 03.03.2019

Sonntag, 3. März 2019
Die Waisen trompeteten am Morgen laut, trampelten in den Büschen herum und traten nach allem, was ihnen in den Weg kam. Sogar Sonje und Murera mit ihren kaputten Beinen waren kaum zu bändigen, als es in Richtung der Wasserquellen ging. In den Hügeln behielten die Keeper ihre Schützlinge aus einiger Entfernung im Auge, als sie eine wilde Elefantenherde sahen, die auf die Waisen zusteuerte. Sie riefen sie schnell zusammen, aber Sonje und Zongoloni wollten lieber ihren wilden Artgenossen Hallo sagen. Jasiri folgte ihnen, aber er verstieß gegen die Höflichkeitsregeln, als er die wilden Bullen am Bauch berüsselte. Sie scheuchten ihn davon, und er kam eilig zurück zu den Keepern.