Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 04.02.2021

Donnerstag, 4. Februar 2021
Enkesha und Alamaya trafen beim Mittagsschlammbad auf einen großen Schwarm Schmetterlinge und jagten den Insekten begeistert um das Schlammloch herum hinterher. Nach vielen Runden wurde Enkesha schließlich müde und legte sich zum Ausruhen unter einen Baum. Alamaya machte noch eine Weile weiter, bis er versehentlich ausrutschte und hinfiel! Sonje kam herbei geeilt, um nach ihm zu sehen, aber sie war schnell wieder beruhigt, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass ihm nichts passiert war.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 03.02.2021

Mittwoch, 3. Februar 2021
Zongoloni ist seit einer Weile wieder mit der Waisenherde zusammen unterwegs und hilft den Leitkühen, Ngasha und Alamaya im Zaum zu halten; und natürlich weiß sie, dass Enkesha sich freut, wenn sie da ist. Heute tauchten die älteren Jungs auf, um sie wieder einmal zu sehen, und Jasiri und Faraja hatten einen wilden Bullen mitgebracht, der den Waisen zu den Umani-Hügeln folgte. Dort trafen sie auf zwei Büffel, und die Keeper riefen Ziwa und Shukuru zurück, die schon in die Richtung gelaufen waren. Es kam allerdings nur Shukuru zurück; Ziwa schienen die Büffel nicht weiter zu stören.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 01.02.2021

Montag, 1. Februar 2021
Es war noch dunkel, als die Keeper den Waisen ihre morgendliche Milch gaben, und sie konnten nicht viel sehen, aber Lima Lima bemerkte, dass sich außerhalb der Auswilderungsstation etwas im Busch bewegte. Zusammen mit Quanza ging sie an den Zaun, und die beiden hoben die Rüssel, um zu sehen, ob es vielleicht die Auswilderer waren. Es kam aber ein wilder Bulle zum Vorschein, der sehr freundlich zu sein schien. Als Murera zum Tor hinaus ging, zog er sich allerdings etwas zurück. Mwashoti als nun ältester Bulle unter den Waisen, fühlte sich offenbar für die Herde verantwortlich und lief mit aufgestellten Ohren auf ihn zu, um ihn weg zu scheuchen. Der wilde Elefant ließ sich aber nicht beeindrucken, sodass Mwashoti nichts übrigblieb, als wieder zurück zu kommen. Möglicherweise war der Bulle einer der wilden Freunde der nun unabhängigen Waisen, denn er schien sehr interessiert an der Waisenherde. Sie trafen ihn auf dem Heimweg am Nachmittag noch einmal, als sie an einem Schlammloch vorbei kamen, in dem er begeistert badete und sich mit Schlamm bedeckte.

Kiasa, Kiombo und Maktao ziehen nach Umani Springs um

(übersetzt aus dem englischen Original; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Seit einigen Wochen wurden beim Sheldrick Wildlife Trust in Nairobi die nächsten Umzüge in die Auswilderungsstationen vorbereitet. Eine Woche vor dem anvisierten ersten Umzug kam allerdings der plötzliche Tod des geliebten Luggard in Umani Springs dazwischen. Der von allen wegen seines beeindruckenden Lebenswillens auch „Löwenherz“ genannte kleine Elefant, der als Baby von etlichen Gewehrschüssen von Wilderern getroffen worden war, wurde schließlich doch noch Opfer seiner schweren Verletzungen, nachdem sein Körper sich jahrelang dagegen gewehrt hatte und es so aussah, als könnte er dauerhaft damit leben.

Obwohl Luggard nicht mehr da war, blieb die Erinnerung an ihn im Kibwezi-Wald bestehen. Die anderen Waisen dort waren, genauso wie die Keeper, unermesslich traurig. Vor allem Murera konnte man es ansehen; jeden Morgen sahen die Keeper sie zu Luggards Gehege gehen und davor stehenbleiben, und auch die anderen kamen regelmäßig dort vorbei, gingen einmal hinein und wieder heraus. Es brach den Keepern das Herz, dieses Ritual mitanzusehen, und es war klar, dass irgendetwas getan werden musste, um wieder Leben und Zuversicht nach Umani Springs zu bringen! Da es in der kurzen Regenzeit diesmal in Voi nur wenig geregnet hatte, erschien ein Umzug dorthin wenig sinnvoll. Die Auswilderungsstation im Kibwezi-Wald war vor allem für die schwerer verletzten Waisen gedacht, aber auch gesunde Elefanten leben dort – und so kam Angela Sheldrick auf die Idee, dass eine neue Gruppe fröhlicher Waisen Balsam für die trüben Gemüter dort sein könnte.


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