Die Waisen im Dezember

Ndotto

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: Dezember 2021

Der Dezember begann fröhlich. Über die vergangenen Wochen und Monate haben wir viele Elefantenwaisen nach Nairobi gebracht, und dadurch war stets eine gute Stimmung, weil es immer wieder neue Bekanntschaften zu schließen gab. Die alteingesessenen Waisen freuen sich jedes Mal, Neuzugänge willkommen zu heißen und ihnen bei der Eingewöhnung zur Seite zu stehen. Selbst wenn die kleinen Neulinge oft noch schwach und traumatisiert sind, ist es gut für sie zu wissen, dass ihnen Artgenossen mit ähnlichem Schicksal zur Seite stehen. Naleku ist da besonders gewissenhaft. Jeden Tag, noch bevor sie sich auf den Weg in den Busch macht, schaut sie bei jedem einzelnen Neuzugang im Stall vorbei. „Die Waisen im Dezember“ weiterlesen

Die Rettung von Mukutan

(übersetzt aus dem englischen Original; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Mukutans Waisengeschichte begann in einem Maisfeld. 24 Stunden lang war das einsame Elefantenbaby am Rande des Naturschutzgebietes Laikipia beobachtet worden, wie es heimlich zwischen den Maisreihen in dem Feld umher flitzte. Es sah verängstigt aus, war in schlechtem Zustand und viel zu jung, um allein unterwegs zu sein.

Es ist nicht klar, wie Mukutan verwaiste, aber wahrscheinlich war der Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren die Ursache. Vermutlich war die übliche Geschichte: Die Elefantenherde verließ das Schutzgebiet und plünderte auf der Suche nach Nahrung die angrenzenden Maisfelder. Die Bewohner der Gemeinde verjagten sie, und im darauffolgenden Durcheinander blieb das junge Kalb zurück. Eine andere Möglichkeit ist, dass seine Mutter gestorben war und er danach allein im Gemeindeland umher wanderte.


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