Montag, 7. Juni 2021
Als Jasiri noch etwas kleiner und noch Teil der Waisenherde war, war er als ruhiger und freundlicher Junge bekannt, aber inzwischen ist er etwas übermütiger geworden. Seit er viel Zeit in der Wildnis verbringt, jagt er hinter den Kühen her, wann immer er auftaucht. Wenn Murera ihn kommen sieht, setzt sie alles daran, ihm aus dem Weg zu gehen, was ihn aber nicht davon abhält, sie zu verfolgen. Manchmal übertreibt er es, und damit Murera am Ende nicht allzu erschöpft ist, müssen die Keeper eingreifen und ihn weg schicken. Kiasa ist solche Aufregung nicht gewohnt, sodass sie sich schnell zu ihren Freunden Maktao und Kiombo zurückzieht, wenn Jasiri Unruhe verbreitet. Die anderen auswildernden Jungs sind aber sehr umgänglich und passen gut auf ihre Waisenfreunde auf. Ngasha hatte bis vor einer Weile auch die Angewohnheit, den Kühen hinterher zu rennen, aber seit er sich dabei einmal den Fuß verstaucht hat, lässt er es etwas ruhiger angehen, was die Mädchen sehr freut.
Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 02.06.2021
Mittwoch, 2. Juni 2021
Kiasa, die im Waisenhaus gern die kleineren Waisen anführte, macht es Sonje und Murera nicht leicht! Sie findet ihre neue Umgebung noch immer sehr spannend und rennt mit Vorliebe in der Gegend herum, um sie zu erkunden. Die beiden Leitkühe haben ihre liebe Mühe hinterherzukommen. Auch Zongoloni hat ein Auge auf das junge Mädchen geworfen; sie erkennt Kiasas wissbegierige und unabhängige Natur und hätte wohl nichts dagegen, wenn sie sich der Auswilderer-Gruppe anschließen würde. Die älteren Mädchen sind sich dessen aber sehr bewusst und behalten Zongoloni gut im Auge – wann immer sie Kiasa zu nahe kommt, wird sie weg gescheucht. Mwashoti ist mit der ganzen Situation nicht so zufrieden. Er sieht sich offenbar immer noch als Mureras besonderer Schützling, und wenn er sie mit Kiasa zusammen sieht, versucht er häufig, die beiden voneinander zu trennen oder Kiasa zu verscheuchen.
Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 01.06.2021
Dienstag, 1. Juni 2021
Murera hat sich schon Kiasa als Adoptivkind ausgesucht, auch wenn Kiasa ein recht unabhängiges kleines Mädchen ist, die sicher einmal eine gute Leitkuh wird. Sie übernachtet jetzt zusammen mit Murera in einem Gehege. Kiombo und Maktao teilen sich zurzeit noch ein Abteil, aber wenn sie etwas älter werden, sollen auch sie einmal in eigene Gehege umziehen.
Die Waisen im Oktober
Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: Oktober 2021
Diesen Monat hatten wir so viele Neuzugänge wie lange nicht mehr. Die Dürre ist auch an den Wildtieren nicht spurlos vorüber gegangen, inklusive den Elefanten. Viele Monate haben sie sich durchgekämpft, aber jetzt scheint der Tiefpunkt gekommen zu sein. Herden sehen sich gezwungen, die Schwächsten auf den langen Futtersuchen zurückzulassen. Diesen Monat haben wir daher hauptsächlich kleine Dürreopfer bekommen, die entweder keine Kraft mehr hatten, mit ihren Herden weiterzuziehen oder die ihre Mütter durch die Dürre verloren haben.
Die Waisen im September
Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: September 2021
Der Monat stand in der Nursery ganz unter dem Motto „Entwicklung“. Ganz besonders freut uns die Entwicklung von Ziwadi. Normalerweise läßt sie sich hinter der Herde zurückfallen, und macht entweder ihr eigenes Ding oder frißt zusammen mit Rama, Shukuru und Olorien. Aber in den letzten Wochen hat sie sich mehr und mehr mit dem Rest der Herde beschäftigt. Eines Morgens hat sie sogar – gemeinsam mit Naleku – die Herde in den Busch geführt. Was für ein Fortschritt für das einst so schüchterne Elefantenmädchen! „Die Waisen im September“ weiterlesen

