Die Waisen im Mai

Roho

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe in Nairobi: Mai 2021

Mai war ein großer Monat für die Waisen in der Nursery-Gruppe, denn der Umzug von fünf Elefanten in die Auswilderungsstation nach Tsavo stand an. Diese Momente sind immer bittersüß, denn auf der einen Seite sind wir traurig über den Abschied, andererseits ist der Umzug ein Meilenstein auf ihrem Weg zurück in die Wildnis. „Die Waisen im Mai“ weiterlesen

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 31.03.2021

Mittwoch, 31. März 2021
Zum Mittagsschlammbad tauchen die Auswilderer auf, die die Nacht wieder bei ihren wilden Freunden draußen im Wald verbracht hatten. Faraja und Ziwa schlossen sich ein paar anderen im Schlammloch an, aber Ngasha und Jasiri nahmen gleich Sonje und Murera ins Visier. Murera hatte sie schon gesehen und ging hinüber zu den Keepern, die Mittagspause machten; sie weiß, dass sie die Jungs verscheuchen, wenn sie ihr zu frech werden. Und tatsächlich – kurz darauf versuchte Jasiri, auf Murera zu klettern, und die Keeper mussten laut mit ihm schimpfen, damit er sie in Ruhe ließ. Ngasha war unterdessen hinter Sonje her, doch auch ihn brachten die Keeper davon ab. Den beiden Jungs wurde es dann offenbar zu langweilig, und sie verdrückten sich wieder in den Wald. Ohne die beiden Raufbolde hatten die Waisen dann einen geruhsamen Nachmittag.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 25.03.2021

Donnerstag, 25. März 2021
Heute schloss sich Alamaya der Waisenherde an, und Murera schien sehr zufrieden zu sein, dass er sich vorbildlich benahm! Dann kam allerdings Ngasha aus dem Wald, der gleich anfing, hinter Murera her zu rennen und sie besteigen wollte. Sie versuchte, ihm im dichten Gebüsch zu entkommen, aber er hatte sie bald gefunden. Schließlich flüchtete sie sich zu den Keepern, die ordentlich mit Ngasha schimpften und ihn zurück in den Wald schickten.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 24.03.2021

Mittwoch, 24. März 2021
Luggard und Murera gingen heute zu Shukuru, die sich zum Grasen etwas zurückgezogen hatte. Sie hatte aber jede Menge Akazienschoten gefunden und zeigte sie Luggard und Murera. Zu dritt ließen sie sich die Leckereien schmecken, und erst als es Zeit für die Mittagsfütterung wurde, verabschiedete sich Shukuru schweren Herzens von ihrem kostbaren Fund und folgte den anderen zu den Milchflaschen.

Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 19.03.2021

Freitag, 19. März 2021
Am Schlammloch tauchte heute ein sehr großer Bulle auf, der langsam auf Luggard zu ging. Murera, Sonje und Lima Lima hatten ordentlich Respekt vor ihm und machten sich schnell davon – ohne zu bemerken, dass sie Luggard gar nicht mitgenommen hatten! Die Keeper riefen nach ihm, aber der kleine Luggard blieb tapfer stehen und ließ sich von dem neugierigen wilden Bullen beschnüffeln. Er schien gar keine Angst zu haben – nicht umsonst wird er von den Keepern auch „Löwenherz“ genannt! Der wilde Elefant watete in den Matsch und wälzte sich darin herum, und Luggard blieb am Rand stehen und bespritzte sich seinerseits Brust und Rücken mit dem schlammigen Wasser. Schließlich kam Ngasha dazu, und er schaffte es, den wilden Bullen davon zu überzeugen, wieder mit in den Wald zu kommen, sodass Luggards Adoptivmamas sich wieder heran trauten. Trotz des Schreckens war es wunderbar zu sehen, wie der kleine verletzliche Luggard sich mit seinen großen wilden Artgenossen anfreunden kann!