Waisenblogs-Beitrag Nursery, 05.07.2018

Donnerstag, 5. Juli 2018
Seit Mbegu nach Tsavo umgezogen ist, hat sich Sattao stattdessen Ndiwa als Adoptivmama ausgesucht. Er verbringt die meiste Zeit mit ihr, und auch sie kümmert sich gut um ihn. Zuvor hat sich Ndiwa normalerweise mit den älteren Waisen weit in den Wald hinein verzogen, aber nun hat sie meistens Sattao dabei, auch wenn sie tief im Gebüsch grasen. Manchmal sind auch noch Ambo, Sagala, Sana Sana und Mapia mit von der Partie. Es ist schön zu sehen, dass Sattao in Ndiwa eine liebevolle Bezugsperson gefunden hat.

Shukuru zieht nach Umani Springs um

Am Samstag, den 16. Juni absolvierte Shukuru ihren Umzug in die Auswilderungsstation in Umani Springs, nachdem sie sich sechs Monate im Waisenhaus in Nairobi erholt hatte. Sie schließt sich nun der Herde von 11 glücklichen Waisen im Kibwezi-Wald an.

 

 

Dezember 2017 wurde beschlossen, Shukuru aus der Auswilderungsstation in Ithumba zurück nach Nairobi zu bringen. Sie hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, und es sollte sichergestellt werden, dass sie die beste medizinische Versorgung durch das Tierarztteam bekommt, mit regelmäßigen Bluttests und den möglicherweise notwendigen Behandlungen. Und natürlich sollte sie auch weiterhin liebevoll umsorgt werden!

Mit der Zeit ließ sie die größten Probleme hinter sich, und es musste eine Entscheidung getroffen werden, wie es mit ihr weitergehen sollte. Ihr Gesundheitszustand war noch keineswegs perfekt – was auch nicht zu erwarten war, nachdem sie sich jahrelang damit hatte herumschlagen müssen. Andererseits schien sie sich im Waisenhaus zu langweilen, vor allem, nachdem die etwas älteren unter ihren Freunden vor kurzem nach Tsavo umgezogen waren. Ihr fehlten die gleichaltrigen Elefanten und das abwechslungsreiche Leben, das sie in ihren vier Jahren in Ithumba kennengelernt hatte, doch sehr.

Shukuru im Umzugs-LKWAuf dem Weg in den Kibwezi-Wald

Umani Springs ist die neueste Auswilderungsstation des DSWT und besonders geeignet für körperlich beeinträchtigte Elefanten und ihre Freunde. Dort gibt es das ganze Jahr über genug Futter und Wasser, sodass die Waisen nicht weit laufen müssen, um genug zu fressen und zu saufen zu finden. Da Shukuru es im heißen Ithumba nicht leicht gehabt hatte, ist die Hoffnung, dass Umani Springs das geeignete Zuhause für sie sein wird.

Die Einfahrt zum Kibwezi-WaldDer Transporter fährt an den Stallungen vor

Das Einsteigen in den Umzugs-Transporter startete nachts um 2:30 Uhr, um während der Fahrt freie Straßen und erträgliche Temperaturen ausnutzen zu können. Nachdem Shukuru schon zweimal mit dem LKW gefahren war – einmal auf der Reise von Nairobi nach Ithumba im Jahr 2013 und einmal zurück letzten Dezember – wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn sie sich geziert hätte, erneut einzusteigen. Erstaunlicherweise zögerte sie aber keine Sekunde, sondern ging geradewegs hinein! Vielleicht dachte sie, sie würde zu ihren Freunden in Ithumba zurückkehren. Die Fahrt nach Umani Springs, tief im Kibwezi-Wald, verlief ohne Zwischenfälle, und als Shukuru wieder ausstieg, war sie sichtlich verwirrt, sich an so einem unbekannten Ort wiederzufinden! Sie traf immerhin auf alte Bekannte – schließlich lebte sie 2012 schon zusammen mit Murera und Sonje im Waisenhaus. Beim Aussteigen verhielt sie sich allerdings gar nicht so, als würde sie sie wiedererkennen.

Shukuru ist ausgestiegenShukuru trifft Murera und Sonje

Als erstes traf sie auf Lima Lima, die das Gekoller des neu angekommenen Elefanten gehört hatte und aus dem Wald geeilt kam, um sie zu begrüßen. Kurz darauf kamen auch die anderen Waisen, die Shukuru bald umringt hatten, die Rüssel nach ihr ausstreckten und sie vorsichtig tätschelten. Shukuru sah ziemlich durcheinander aus und musste erst noch mit der Situation zurechtkommen, aber schon bald hatte sie die üppige Vegatation des Waldes entdeckt und ließ sogar ihre Milchflaschen und Luzernenheupellets links liegen, um sich an dem vielen leckeren Gras zu bedienen.

Besonders auffällig war es, wie klein Shukuru im Vergleich zu Murera ist, obwohl die beiden gleichaltrig sind, geboren im Jahr 2009. Das zeigt, wie gut sich die Waisen in Umani Springs entwickeln; sogar Alamaya und Mwashoti, die 2014 geboren sind, sind nicht viel kleiner Shukuru.

Shukuru, noch rot von der Erde in NairobiDie anderen wollen Shukuru kennenlernen

Nach einiger Zeit hat sich Shukuru nun sehr gut eingelebt; ihr Gesundheitszustand verbessert sich von Tag zu Tag und sie wirkt immer energiegeladener. Nachdem sie am Anfang vorsichtig war, scheint sie nun ihre neue Umgebung sehr zu mögen und hat sich besonders mit Lima Lima, Sonje und Mwashoti angefreundet. So ist sie schon ein ganz natürlicher Teil der Waisenherde in Umani Springs geworden. Ihr neues Umfeld scheint ihr nun sehr viel mehr Abwechslung zu bieten, und bei dem großen Futterangebot ist zu hoffen, dass sie bald wieder ganz gesund wird.

Shukuru futtertShukuru geht voraus

Shukuru im dichten, hohen GrasShukuru gefällt es gut in Umani Springs

Schon in den ersten paar Wochen in Kibwezi hat sie an Gewicht zugelegt, und sie tut inzwischen Dinge, die sie in den letzten Jahren wegen ihrer Gesundheit kaum gemacht hatte: sie wälzt sich enthusiastisch im Schlamm und planscht gern im tiefen Wasser herum. Das sind sehr gute Anzeichen, dass sie sich erholt, und alle sind guter Hoffnung, dass sich der Trend weiter fortsetzt. Shukuru macht jedenfalls einen glücklichen Eindruck in Umani Springs, und das ist sehr ermutigend zu sehen, nachdem sie es zuvor so schwer hatte.

Shukuru beim SchlammbadShukuru genießt das Schlammbad mit Mwashoti

Shukuru watet durch sumpfiges GebietShukuru grast im Wald

(übersetzt aus dem englischen Original)

Waisenblogs-Beitrag Nursery, 04.07.2018

Mittwoch, 4. Juli 2018
Die kleine Kiasa sorgt immer noch für am meisten Unruhe im Waisenhaus, vor allem bei den Fütterungen. Wenn sie ihre Milch getrunken hat, kann man sie keine Sekunde aus den Augen lassen! Sie rennt dann von einem Keeper zum nächsten, schaut nach, wer seine Milch noch nicht ausgetrunken hat und wo sie noch etwas abstauben kann. Heute kam sie als letzte zur Fütterung, als Musiara, der immer sehr langsam trinkt, noch nicht fertig war. Statt zu ihrer eigenen Flasche zu gehen, fing sie an, Musiara zu belästigen; sie riss dem Keeper, der ihn gerade fütterte, die Flasche aus der Hand und wollte selbst von ihm gefüttert werden! Als sie dann endlich bei ihren eigenen Flaschen angekommen war, trank sie hastig aus, um danach gleich zur Schubkarre mit den leeren Flaschen zu rennen. Sie hätte sie beinahe umgeworfen, wenn sie nicht von einem Keeper weggeschoben worden wäre. Dann stand sie kurz ganz still und rannte dann dem Keeper, der die Schubkarre wegschob, hinterher, um ihm mit dem Kopf voraus von hinten in die Knie zu stoßen! Man hat es wirklich nicht leicht mit ihr – die Keeper haben ihr den Spitznamen „kichwa ngumu“ gegeben, was auf Suaheli soviel bedeutet wie „Kopfschmerzen“!