Wild geboren – Ex-Waise Thoma hat ein Baby

Ex-Waise Thoma kam am 11. August 2001 zu uns und war zu dieser Zeit erst wenige Monate alt. Sie gehörte zu einer kleinen Population von geflohenen Elefanten, die in einem kleinen Waldgebiet an den Thompson-Fällen (heute bekannt als Nyahururu) vor der menschlichen Bevölkerung Schutz gesucht hatte, die um sie herum siedelten und Landwirtschaft betrieben. Immer wenn sie aus dem Wald kamen – üblicherweise nur im Schutz der Dunkelheit – gerieten sie mit den Menschen in Konflikt, und dabei sind die Elefanten immer die Verlierer! Thomas erste Wochen waren schwer, und wir mussten lange und hart daran arbeiten, sie zu retten. Sie war sowohl körperlich als auch mental in einem besorgniserregenden Zustand. Ihre Kindheit verbrachte sie im Waisenhaus des DSWT im Nairobi Nationalpark. Dank der Liebe und Fürsorge, die sie in diesen entscheidenden frühen Jahren erhielt, erholte sie sich schließlich und konnte bald den Weg in die Auswilderung antreten, mit dem Ziel, irgendwann wieder ein normales Leben in Freiheit führen zu können. In unserer Auswilderungsstation in Voi im Tsavo East Nationalpark wurde sie Teil der Herde von Leitkuh Emily.

 

 

Schließlich vollendete sie den Auswilderungsprozess, der viele Jahre dauert, denn Elefanten altern in ähnlicher Geschwindigkeit wie Menschen. Sie lebt nun in Emilys Ex-Waisen-Herde, die zwischen Tsavo und den angrenzenden Gebieten umherwandert, wie es soviele wilde Elefantenherden seit Jahrtausenden tun, wenn es während der Trockenzeit außerhalb des Parks mehr zu fressen gibt. Über die Jahre waren wir immer stolz, wenn wir über die wildgeborenen Babys in Emilys Herde berichten konnten: Emilys eigene Töchter Eve und Emma, Edies Nachwuchs Ella und Eden sowie kürzlich auch Sweet Sallys kleiner Safi und Icholtas Inca! Thoma, aber auch Mweya, Seraa und Ndara sind währenddessen sehr gute Kindermädchen für all diese Babys geworden und sind manchmal beschützender und fürsorglicher als die Mütter selbst.

Am 24. Oktober erreichte uns die Neuigkeit, dass Thoma ein unglaublich süßes Bullkalb zur Welt gebracht hatte, das wir Thor genannt haben. Sie zeigte es stolz den Keepern der Stallungen vor, die vorbeigekommen waren, um herauszufinden, wessen Nachwuchs da geboren wurde. Thor ist das 23. wildgeborene Kalb unserer Ex-Waisen, und jedes einzelne demonstriert eindrücklich den Erfolg des Waisenprojekts des DSWT. Und darüberhinaus zeigt es das Vertrauen und die Liebe, die unsere Ex-Waisen für ihre Keeper haben, die sie so nah an ihren kostbaren Nachwuchs heran lassen.

Thor nuckelt an ThomaThor läuft hinter seiner Mutter her
Thor am Tag nach seiner GeburtThor ist noch ganz faltig!
Thor mit einem seiner SpielkameradenThoma, Thor und die Keeper aus Voi
Thor steht unter seiner Mutter ThomaThor und Thoma
Glücklicherweise ist Emilys Herde während der Trockenzeit zusammen mit über 200 wilden Elefanten in einem Schutzgebiet geblieben, in dem es ausreichend Wasser und Futter gibt, trotz der überall sonst herrschenden dürreähnlichen Zustände. So konnten sie regelmäßig beobachtet und Thors erste Wochen gut dokumentiert werden. Er ist ein kleiner Wonneproppen, voller Energie und steht die ganze Zeit unter der Bewachung seiner hingebungsvollen Nannys Seraa, Ndara und Mweya, die hoffentlich auch bald eigene wilde Kälber bekommen werden! Thor ist in eine fürsorgliche Großfamilie hineingeboren worden, umgeben von viel Wärme und Liebe; und in den übrigen Babys der Herde, insbesondere Safi und Inca, hat er auch ein paar großartige Spielkameraden.

Thor folgt Thoma zum WasserlochThor ist sehr verspielt
Ein frecher kleiner JungeThor und einer seiner Spielkameraden
Thor nuckelt an seinem RüsselVerspielter kleiner Thor
Staubbad!
(übersetzt aus dem englischen Original)

Umani Springs Oktober 2016

Samstag, 1. Oktober 2016
Sonje begann den Tag damit, nach den Babys zu schauen. Sie lud sie ein, mit ihr zu spielen, als sie sich auf den Boden legte und sich den Bauch kratzte. Sowohl Alamaya als auch Mwashoti machten gerne mit und hatten viel Spaß beim Spielen mit ihr. Murera stand währenddessen an der Seite und wartete darauf, dass die beiden Jungs sich ihr anschließen würden; es nützte aber nichts, denn Sonje hatte ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit.
Später kam Lima Lima zu Alamaya, und er ging ihr entgegen, steckte seinen Rüssel in ihren Mund und flüsterte seiner Freundin etwas zu. Nachdem die beiden eine Weile gemauschelt hatten, wurden die Babys plötzlich von ein paar Büffeln aufgeschreckt, die ihren Weg kreuzten. Als sie alle aus dem Weg rannten, ging Alamaya verloren und niemand wusste, wo er war. Die Keeper riefen nach ihm und hörten ihn aus der Ferne trompetend antworten. Lima Lima und Zongoloni machten sich daran, ihn zu holen und wieder mit dem Rest der Waisen zu vereinen. Als er zurückkehrte, wurde er vom Rest der Gruppe mit ausführlichem Trompeten und Kollern begrüßt.

Die Waisen schuffeln verspielt ihre Hinterteile

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Die Waisen im Oktober

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: Oktober 2016

 

Jetzt, da wir uns dem Ende der Trockenperiode nähern und auf die kurze Regenzeit warten, können wir kurz Zwischenbilanz ziehen und stellen fest, daß im Oktober wieder einmal viel los war! Allein in der Nursery gab es sechs Neuzugänge und weitere zwei, die zwar zu jung waren, allein in der Wildnis zu überleben, allerdings schon alt genug, um direkt in die Auswilderungsstation nach Voi gebracht zu werden. Gegen Ende des Monats zogen die ersten Regenwolken am Himmel auf und es kam zu kurzen Schauern. Wir hoffen, daß sich diese im Laufe des Novembers zu veritablem Niederschlag entwickeln – das Land hat es dringend nötig! In einer besonders harten Trockenzeit müssen wir immer mit mehr Elefantenwaisen rechnen als bereits unter normalen Umständen. Verzweifelte Elefanten saufen an Wasserstellen mit niedrigem Pegel, so daß die Babys hineinfallen. Oder die Kälber sind durch die Dürre zu geschwächt und können nicht mehr mit der Herde mithalten. Zum Wohle der Herde werden sie dann zurückgelassen. Manchmal werden sie auch verletzt, wenn die Elefantenherde sich in den Gärten und auf den Feldern der Menschen gütlich tun und diese ihre Lebensgrundlage verteidigen. „Die Waisen im Oktober“ weiterlesen

Voi Oktober 2016

Samstag, 1. Oktober 2016
Der Morgen war wunderbar, und die Waisen kamen gutgelaunt aus ihren Gehegen. Sie tranken ihre Milchflaschen, bevor sie zum Frühstück gingen. Es war ein geschäftiger Tag, und die Waisen brachen an den Stallungen auf, sobald sie ihr Zusatzfutter gefressen hatten. Sie wollten am Morgen so viel grasen wie möglich, was sie auch taten, bis es Zeit für ihre Mittagsmilch war, die sie am nördlichen Fuß des Mazinga-Bergs bekamen. Panda leerte ihre Flasche und warf dann ein Auge auf Arabas Anteil. Araba versuchte gleich, Panda daran zu hindern, ihre Milch zu stehlen, und auch die Keeper griffen ein und sprachen Panda eine deutliche Warnung aus, damit sie Araba in Ruhe ihre Milch austrinken ließ.
Die Waisen gingen dann unter der Führung von Lentili und Naipoki zum mittleren Wasserloch. Dort blieben sie eine Weile, bevor sie in den umliegenden Ebenen weitergrasten. Eine halbe Stunde vor dem Aufbruch nach Hause trugen Tundani und Nelion ein verbissenes Kräftemessen aus. Es war einer der Kämpfe, bei dem die Rangfolge unter den Waisen ermittelt werden sollte. Danach folgten die beiden ihren Kollegen nach Hause.

Panda hat es auf Arabas Milch abgesehen

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