Das erste Quartal 2026 ist Vergangenheit, die Regenfälle hörten Ende April auf, und der Wald ist üppig und grün, und alle Bäche fließen wieder.
Die Geschichte von Mwayi
Im Januar 2026, wir waren gerade in der Stadt, erhielten wir einen unerwarteten Anruf aus einem Dorf nahe der nördlichen Grenze Thumas. Es wurde uns mitgeteilt, dass man an einem Fluss ein Elefantenbaby gefunden habe und dass man um unsere Hilfe bitte.. Zunächst waren wir uns nicht sicher, ob die Meldung echt war, machten uns aber sofort auf den Weg, um der Sache nachzugehen.
Bei unserer Ankunft fanden wir ein sehr junges Kalb vor, ein Elefantenmädchen, das von Dorfbewohnern umringt war. Es war extrem klein und sichtlich in Not – überhitzt, erschöpft und äußerst verletzlich. Es schien, als sei es nur knapp dem Ertrinken entkommen. Möglicherweise war das Baby in den Fluss gefallen, mitgerissen worden und von seiner Herde getrennt worden. Von diesem Moment an war klar, dass wir alles tun mussten, um ihm zu helfen.

Als ich mich näherte, fiel die Kleine zu Boden. Ich kniete mich neben sie, berührte sie sanft und sprach leise zu ihr. Als Reaktion darauf stieß sie ein leises Kollern aus. Es war ein unglaublich kraftvoller und emotionaler Moment, der mein Herz eroberte. Wir brachten sie vorsichtig zurück in den Wald und entsanden gleichzeitig unsere Ranger-Teams, um nach nahegelegenen Kuhherden zu suchen, die möglicherweise ihre Familie sein könnten. In dieser ersten Nacht, da keine Spezialausrüstung verfügbar war, fütterten wir sie von Hand mit dem, was wir hatten. Sie reagierte gut und trank gierig. Wir schätzten, dass sie nicht älter als ein paar Tage war, vielleicht höchstens eine Woche. Allerdings wies sie ein ernstes medizinisches Problem auf – eine Nabelhernie. Sie baute schnell eine starke Bindung zu ihren Pflegern auf und folgte ihnen auf Schritt und Tritt, wie sie es in freier Wildbahn bei ihrer Mutter tun würde – ohne Angst, nur mit Vertrauen und einem ständigen Bedürfnis nach Nahrung.
Etwa 24 Stunden später erhielten wir Berichte über eine Herde in der Nähe. Da wir glaubten, dass dies ihre Familie sein könnte, beschlossen wir, eine Wiedervereinigung zu versuchen. Wir brachten sie zurück und ließen sie in einer Entfernung von etwa drei Kilometern von der Herde im Busch frei. Um die Chancen auf einen Kontakt zu erhöhen, spielten wir über die Lautsprecheranlage des Fahrzeugs Aufnahmen ihrer Rufe ab. Nach mehreren Versuchen machte sie sich plötzlich zielstrebig in den Busch auf, in Richtung der Herde. Wir folgten ihr voller Hoffnung. Innerhalb einer Stunde schien sie sich erfolgreich der Gruppe angeschlossen zu haben. Es war ein außergewöhnlicher Moment, und wir gingen in der Überzeugung, dass sie mit ihrer Familie wiedervereint war. Am nächsten Tag fanden die Ranger keine Spur von der Herde in der Gegend – sie war weitergezogen. Eine ausgedehntere Suche am nächsten Tag führte zu der herzzerreißenden Entdeckung, dass das Kalb wieder allein in der Nähe eines Baches war. An diesem Punkt trafen wir die Entscheidung, die Kleine zurückzuholen und zu versuchen, sie von Hand aufzuziehen. Sie begrüßte das Team und ging ganz vertrauensvoll und ruhig mit den Rangern zurück zum Fahrzeug. Wir nannten sie Mwayi, was in Chichewa „Glück“ bedeutet.
In den folgenden siebeneinhalb Wochen setzte sich unser Team unermüdlich für ihre Pflege ein. Engagierte Betreuer sorgten rund um die Uhr für ihre Versorgung, unterstützt von Tierärzten und Spezialisten aus Sambia und Simbabwe. Trotz dieser Bemühungen überlebte Mwayi leider nicht. Ihr Verlust hat alle tief berührt, aber ihre Geschichte hat auch unsere Entschlossenheit gestärkt. Sie hat sowohl den zunehmenden Druck, dem Elefanten ausgesetzt sind, als auch die entscheidende Bedeutung des Schutzes wildlebender Populationen deutlich gemacht, damit Kälber wie Mwayi dort bleiben können, wohin sie gehören – bei ihren Familien in freier Wildbahn. Wir haben durch diese Erfahrung viel gelernt und sind zutiefst dankbar für die Unterstützung durch Partner, Tierärzte, die breitere Naturschutzgemeinschaft, Spender und Unterstützer.
Naturschutz stärken: Ranger für den Einsatz ausgerüstet
Ein wirksamer Naturschutz hängt von gut ausgerüsteten und gut ausgebildeten Rangern ab. In diesem Quartal haben wir neue Gewehre erhalten – ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Sicherheit und Effektivität unserer Teams an vorderster Front. Da illegale Aktivitäten immer weiter an die Waldränder verlagert werden, sind Ranger zunehmend in riskanten Gebieten im Einsatz. Bei der richtigen Ausrüstung geht es nicht nur um die Durch- und Umsetzung von Vorschriften – es geht auch um Abschreckung, Selbstvertrauen und die Gewährleistung, dass Ranger ihre Arbeit sicher verrichten können.
Im Februar haben wir in strukturierte Schulungen investiert, um einen verantwortungsvollen Umgang, Disziplin und taktisches Bewusstsein sicherzustellen, die von Beamten der malawischen Wildtierbehörde (Department of National Parks and Wildlife, DNPW) und Experten von Big 5 Protection durchgeführt wurden. Unser Ziel ist klar: eine professionelle, fähige Ranger-Truppe, die Wildtiere schützt, Dorfgemeinden unterstützt und nach den höchsten Standards arbeitet.
Lebensgrundlagen, die funktionieren: eine ertragreiche Chili-Ernte
In den Dörfern um die Waldreservate Thuma und Dedza-Salima hat die diesjährige Chili-Ernte begonnen, und die Ergebnisse sind äußerst vielversprechend. Diese hochwertige Kulturpflanze stellt weiterhin ihr Potenzial als nachhaltige Alternative zu vom Wald abhängigen Lebensgrundlagen unter Beweis.

Der Chili-Anbau spielt eine Schlüsselrolle bei der Verringerung der Abhängigkeit von Aktivitäten wie der Holzkohleproduktion und schafft gleichzeitig sinnvolle Einkommensmöglichkeiten für lokale Haushalte. Die Bauern berichten von hohen Erträgen und verbesserter finanzieller Stabilität, die es ihnen ermöglicht, in Ernährungssicherheit, Bildung und allgemeines Wohlergehen zu investieren. Über die unmittelbaren wirtschaftlichen Vorteile hinaus steht dieser Wandel für etwas weitaus Bedeutenderes: selbsttragende Lebensgrundlagen, die mit Naturschutzzielen im Einklang stehen. Durch diese Art tragfähiger Alternativen wird der Druck auf den Wald verringert, was den langfristigen Schutz des Ökosystems unterstützt. Wir sind unglaublich stolz auf die Bauern und Gemeinden, die diesen Wandel vorantreiben. Ihr Engagement und ihr Erfolg zeigen deutlich, dass Naturschutz und Entwicklung Hand in Hand gehen können und so eine nachhaltige Wirkung für Mensch und Natur erzielen.

Freiwilligencamp in neuem Glanz
Unser ursprüngliches Freiwilligencamp, das 2009 errichtet wurde, ist sorgfältig renoviert worden – und lässt damit ein kleines, aber wichtiges Stück unserer Geschichte wieder aufleben. Einst abgenutzt, verwittert und fast verloren, hat sich das Camp nun wieder in einen funktionalen und einladenden Ort verwandelt. Das im traditionellen malawischen Stil erbaute Camp wurde von Frauen aus dem Dorf unter Verwendung alter und über Generationen weitergegebener Techniken renoviert. Rote Ziegelsteine wurden von Hand geformt und gebrannt, um ihre satten, erdigen Farbtöne zu erzielen, während andere Materialien wie Holzkohle für einen kontrastreichen Anstrich sorgen. Alles ist Handarbeit, die Böden wurden mit traditionellen Methoden glattpoliert und mit unverwechselbaren Mustern versehen, die das lokale Erbe und die Kunstfertigkeit widerspiegeln.
Das Ergebnis ist ebenso schön wie bedeutungsvoll – ein Ort, der nicht nur einen praktischen Zweck erfüllt, sondern auch die Tiefe des lokalen Wissens und der Handwerkskunst würdigt. Dieses Camp blickt auf eine bedeutende Geschichte zurück. Es unterstützte frühe Naturschutzbemühungen und beherbergte Menschen, die dazu beitrugen, den Grundstein für das zu legen, was Thuma heute ist. Seine Restaurierung ist daher sowohl praktisch als auch symbolisch – sie verbindet uns wieder mit unseren Wurzeln und bereitet uns gleichzeitig auf zukünftiges Wachstum vor. Während einige Elemente, darunter die Dächer, im Laufe des Jahres ersetzt werden, sobald die Materialien verfügbar sind, sind die Gebäude nun wieder stabil, stehen fest und strahlen Leben aus. Das wiederbelebte Camp wird weiterhin eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Freiwilligen, Forschern und Partnern spielen, während unsere Arbeit wächst. Mehr noch: Es ist eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass der bedeutendste Fortschritt manchmal dadurch entsteht, dass man in lokale Fähigkeiten, traditionelles Wissen und die Grundlagen investiert, die uns hierhergebracht haben.

Paradebeispiel für Widerstandskraft: der kleine Sergeant
Ende 2016 begegneten wir zum ersten Mal einem jungen Elefantenbaby, das wir Little Sergeant nannten. Er war noch kein Jahr alt und hatte die Hälfte seines Rüssels verloren – eine Verletzung, die in freier Wildbahn die Überlebenschancen eines Elefanten drastisch verringert. Damals befürchteten wir, dass er es nicht schaffen würde. Im Jahr 2019 wurde er erneut gesichtet – bemerkenswerterweise noch am Leben und trotz aller Widrigkeiten gut angepasst. Danach haben wir ihn nicht wieder gesehen. Bis jetzt. Bei der Durchsicht aktueller Kamerafallen-Aufnahmen waren wir erstaunt:. Little Sergeant lebt und ist ordentlich gewachsen – er ist jetzt etwa zehn Jahre alt. Weit entfernt von dem verletzlichen Kalb, um das wir uns einst sorgten, wirkt er stark, selbstbewusst und gut integriert; man beobachtete ihn sogar beim spielerischen Kampfverhalten mit einem anderen Elefanten – ein ermutigendes Zeichen für Gesundheit und soziale Stabilität.

Sein Überleben ist ein eindrucksvoller Beweis für die Widerstandsfähigkeit der Fauna, wenn ihr nur der nötige Raum und Schutz zur Erholung gewährt wird. Die Geschichte von Little Sergeant fügt sich in ein mutmachendes Gesamtbild des Schutzgebietes ein. Die Wildtier-Populationen erholen sich weiter; so wurden kürzlich auch Zebras angesiedelt. In Verbindung mit den täglich zunehmenden Wildtier-Beobachtungen und Aktivitäten im gesamten Wald spiegeln diese Entwicklungen eine Landschaft wider, die stetig zu ihrer vollen ökologischen Funktion zurückkehrt. Geschichten wie diese unterstreichen die Wirkung langfristiger Schutzmaßnahmen. Unter den richtigen Bedingungen verfügt die Natur über eine außergewöhnliche Fähigkeit zur Regeneration.

Anfang dieses Jahres wurde eine verletzte Eule zur Pflege und Rehabilitation zum Lilongwe Wildlife Trust (LWT) gebracht und hier in Thuma erfolgreich wieder in die freie Wildbahn entlassen. Auch wenn es sich um kleine Ereignisse handelt, sind diese Momente von unschätzbarem Wert. Jedes einzelne Tier spielt eine Rolle im Ökosystem, und jede erfolgreiche Auswilderung erinnert daran, wie wichtig es ist, bei Bedarf einzugreifen.
Investitionen in die Zukunft
Wasser und Schule: Zugang zu sauberem Wasser ist in den umliegenden Dorfgemeinden nach wie vor ein Grundbedürfnis. In diesem Quartal haben wir die Reparatur und Instandsetzung von drei Schulbrunnen fortgesetzt, um sicherzustellen, dass die Kinder während des gesamten Schultages zuverlässig Zugang zu sauberem Wasser haben. Diese Arbeiten gehen über bloße Infrastruktur-Maßnahmen weit hinaus – sie wirken sich direkt auf Gesundheit, Bildung und das tägliche Leben aus. Außerdem stärken sie das Vertrauen und die Partnerschaft zwischen Naturschutzinitiativen und den lokalen Dorfgemeinden. Die Unterstützung der Menschen ist für den Schutz der Landschaft von zentraler Bedeutung.
Gemüseanbau: Phase 1 des diesjährigen Gemüseanbauprogramms ist abgeschlossen, und die ersten Ergebnisse sind äußerst ermutigend. Dank der starken und beständigen Regenfälle dieses Jahr ist die Überlebensrate der Setzlinge hoch und das Wachstum verläuft rasant. Die Chinakohl-Pflanzen aus der ersten Anbauphase im Jahr 2026 stehen für monatelange harte Arbeit und sind nun Nahrung für ihre Familien und Einkommen aus dem Verkauf – eine echte Chance. Wenn sie geerntet und verkauft werden, verdienen die Familien in einer Zeit, in der die Preise gut sind, lebenswichtiges Einkommen. Das bedeutet Stabilität, Würde und Hoffnung. Doch die Auswirkungen reichen noch tiefer. Jede erfolgreiche Ernte verringert die Notwendigkeit, zum Überleben auf den Wald angewiesen zu sein. Jedes verdiente Einkommen trägt dazu bei, Thuma vor illegaler Nutzung zu schützen. Das ist das Modell, das funktioniert: Es unterstützt die Gemeinden, und sie werden helfen, den Wald zu schützen.
Arbeitsplätze vor Ort: Wir legen weiterhin größten Wert auf die Einbindung der lokalen Bevölkerung in alle Aspekte unserer Arbeit. In diesem Quartal haben Mitglieder der umliegenden Dörfer Ranger-Uniformen genäht – damit Geld vor Ort bleibt, während gleichzeitig wertvolle Kompetenzen aufgebaut und gefördert werden. Dieser Ansatz stärkt das Verantwortungsbewusstsein, schafft Arbeitsplätze und stellt sicher, dass die Vorteile des Naturschutzes direkt von den Menschen wahrgenommen werden, die in direkter Nachbarschaft zum Wald leben.
Ihre Lynn Clifford & Team
Aus dem englischen Original (Quelle: Wildlife Action Group Malawi) übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenpflichtige Version), editiert von Kristina Rösel; Fotos mit freundlicher Genehmigung der Wildlife Action Group Malawi

