Samstag, 2. Januar 2021
Seit einigen Tagen ist Ngasha jetzt weniger mit seinen auswildernden Freunden zusammen unterwegs und mehr mit einer wilden Elefantenfamilie, die er vor kurzem kennengelernt hat. Trotzdem kommt er noch jeden Morgen zu den Stallungen, um den Waisen Hallo zu sagen. Einmal überzeugte er Mwashoti, sich ihm anzuschließen, und Mwashoti verbrachte den ganzen Tag mit ihm und der wilden Familie zusammen im Wald! Am Abend wollte er aber offenbar wieder zurück zur Auswilderungsstation, und obwohl Ngasha ihn zu überreden versuchte, die Nacht über draußen im Wald zu bleiben, schien er nicht besonders begeistert davon zu sein. Die Keeper nahmen ihn schließlich mit und sorgten dafür, dass Ngasha ihn in Ruhe gehen ließ. Mwashoti trank seine Flasche in Sekundenschnelle leer und fiel dann in seinem Gehege aufs Heu und schlief gleich ein – es schien ein anstrengender Tag draußen bei seinen wilden Freunden gewesen zu sein!
Abschied von Luggard

Luggards Tod kam zwar plötzlich und unerwartet, aber im Grunde nicht allzu verwunderlich. Dass er überhaupt überlebte, nachdem er als kleines Kalb im Alter von vier Monaten mit schweren Schussverletzungen gefunden wurde, kam einem Wunder gleich! Bei seiner Rettung war sein Hinterbein von Gewehrkugeln geradezu zertrümmert gewesen, und viele hatten keine andere Möglichkeit gesehen, als ihn direkt einzuschläfern. Aus seinen Augen strahlte jedoch ein unbändiger Wille zu überleben, und so taten alle ihr bestes, um ihn zu retten. Die Keeper nannten ihn „Löwenherz“ wegen dieses Lebensmutes, und mit diesem kämpfte er sich durch die fünf Jahre seines folgenden Lebens. Am Ende aber schaffte es wohl sein Körper nicht mehr.
Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 31.12.2020
Donnerstag, 31. Dezember 2020
Die Waisen waren heute unterwegs im Wald, als plötzlich ein Buschbock aus dem Gebüsch gesprungen kam, der von einem Leoparden gejagt wurde! Er war auf der Flucht, konnte aber nicht über das Wasser, und so versteckte er sich inmitten der Waisenherde vor der Raubkatze. Mwashoti und Lima Lima machten es sich sogleich zur Aufgabe, den Leoparden zu verscheuchen, und Murera brachte als erstes ihr Adoptivkind Luggard in Sicherheit. Als Mwashoti und Lima Lima ihre Mission erfolgreich zuende gebracht hatten, kehrte wieder Ruhe ein, und der Buschbock blieb den ganzen Tag bei den Waisen, bei denen er sich sicher fühlte. Am Abend verabschiedete er sich wieder, in dem beruhigenden Wissen, dass der Leopard längst in weiter Ferne war.
Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 30.12.2020
Mittwoch, 30. Dezember 2020
In der Nacht war lautes Trompeten im Wald zu hören, nur ein paar hundert Meter von der Auswilderungsstation entfernt. Es ging fast zwei Stunden lang, und als die Waisen am Morgen herauskamen, waren sie sehr neugierig, was da in der Nacht vorgefallen war. Sie futterten noch nicht einmal ihre Luzernenheupellets, sondern gingen gleich zu der Stelle, von der der Lärm gekommen war. Sie folgten dem Geruch der wilden Elefanten und kamen zu einer Stelle, an der offenbar in der Nacht ein Kalb geboren worden war! Alle Waisen standen herum und riefen Murera herbei, und sie begann nach der Mutter und dem frischgeborenen Baby zu suchen. Es fand sich aber nur die Plazenta von der Geburt, die von Lima Lima neugierig beschnüffelt wurde. Nach dem Abenteuer war der größte Teil des Vormittags schon herum, und statt zu den Stallungen zurückzukehren und ihre Pellets noch zu futtern, gingen die Waisen gleich zum Schlammloch, wo es die Mittagsmilch gab. Am Abend kamen sie dann etwas früher nach Hause und konnten sich noch das Luzernenheu vom Morgen schmecken lassen.
Waisenblogs-Beitrag Kibwezi, 29.12.2020
Dienstag, 29. Dezember 2020
Heute war es heiß, und Mwashoti und Lima Lima versteckten sich im Schatten unter einem kleinen Baum. Murera kam mit Luggard hinterher und beschloss, dass der Schatten gut für Luggard geeignet war, um sich darunter auszuruhen, und dass die anderen beiden sich doch bitte eine andere Stelle suchen sollten. Sie zogen also wieder los und kamen dabei an einem kleinen Wasserloch vorbei, das beim letzten Regen entstanden war. Dort wollten sie sich etwas abkühlen, konnten sich aber wohl nicht einigen, wer zuerst hinein durfte. So begann eine kleine Rangelei, die mit einigem Getröte verbunden war, was wiederum die Aufmerksamkeit von Murera erregte. Sie kam herbei, um nach dem Rechten zu sehen, konnte sich aber vergewissern, dass Lima Lima und Mwashoti es nicht allzu ernst meinten. So ging sie zurück, um Luggard zu holen, und als sie mit ihm zurückkam, waren Lima Lima und Mwashoti fertig, sodass sie sich mit ihm noch schön im Matsch wälzen konnte.

