Freitag, 3. Januar 2020
Wenn kleine Elefantenwaisen älter werden, ändert sich bei manchen ihre Persönlichkeit. Kiasa war, als sie neu im Waisenhaus war, immer eine der frechsten und steckte auch oft die anderen kleinen Babys an. Inzwischen hat sie sich aber zu einem vorbildlichen und fürsorglichen Mädchen gemausert! Sie kümmert sich jetzt sogar bei der Mittagsfütterung um all die kleineren Waisen und passt auf, dass sie nicht von den Jungs herumgeschubst werden – wie zum Beispiel von Musiara! Er war früher immer ein sehr umgänglicher und ruhiger Junge, wird aber nun immer mehr zu einem stürmischen jungen Bullen, der sich beweisen will. Gestern und heute wollte er beim Mittagsschlammbad nicht aufhören, Roho und Ziwadi hinterher zu jagen! Er meinte es nicht böse, aber er ist nun einmal schon recht groß und muss daher etwas vorsichtiger mit den kleinen Elefanten umgehen. Als Kiasa ihn mit den beiden Babys sah, rannte sie sofort hin und scheuchte ihn weg, und danach stand sie den Rest der Besuchsstunde Wache. Die Keeper haben beschlossen, Musiara jetzt mit den älteren Waisen zur Besuchsstunde kommen zu lassen, damit er die kleinen nicht ärgern kann.
Waisenblogs-Beitrag Nursery, 02.01.2020
Donnerstag, 2. Januar 2020
Als Ziwadi am Morgen aus ihrem Stall kam, schienen die anderen sehr erfreut zu sein, sie zu sehen; sie waren am Abend zuvor alle schon in ihren Gehegen gewesen, als die Keeper sie zurückgebracht hatten. Nabulu, die sonst eigentlich wenig mit Ziwadi zu tun hat, kam herbei gerannt und begrüßte sie. Auch Maisha, Tagwa, Kiasa, Musiara und Tamiyoi tätschelten sie und kollerten freudig, als sie in den Wald gingen. Ziwadi blieb heute den ganzen Tag bei der Herde und fühlte sich offenbar so wohl bei ihren Freunden, dass sie gar nicht davon ging wie sie es sonst häufig tut.
Waisenblogs-Beitrag Nursery, 01.01.2020
Mittwoch, 1. Januar 2020
Am Nachmittag jagte den Waisen eine Herde Giraffen einen Schrecken ein, als sie an ihnen vorbei galoppierten. Die kleinen Elefanten rannten in alle Richtungen auseinander. Ziwadi erschreckte sich so sehr, dass sie schon weg gerannt war, bevor die Keeper mitbekamen, was los war. Als die Herde sich wieder beruhigt hatte, war von Ziwadi keine Spur, und die Keeper machten sich sofort auf die Suche nach ihr. Nach einer ganzen Weile fanden sie sie in der Nähe einer der Stellen, an denen die Waisen gern grasen, wo sie frisches Wasser aus einem Bach soff. Die Keeper waren erleichtert und nahmen sie wieder mit zurück zu den Stallungen.
Waisenblogs-Beitrag Nursery, 01.01.2020
Mittwoch, 1. Januar 2020
Enkesha grast häufig abseits der anderen, und auch heute war sie wieder auf eigene Faust unterwegs. Dabei merkte sie gar nicht, wie die Keeper und der Rest der Herde zu einer anderen Stelle weitergingen. Als sie schließlich feststellte, dass gar niemand mehr da war, fing sie an, hektisch nach den anderen zu suchen, und man konnte sie aus der Ferne tröten und kollern hören. Musiara versuchte zu kollern, um sie zu rufen, aber es war nicht laut genug. Erst als Tagwa und Tamiyoi bemerkten, dass Enkesha fehlte, kollerten sie so laut, dass Enkesha es hören konnte und wusste, wohin sie kommen musste. Sie kam erleichtert herbei gerannt und wurde überschwenglich von Maisha und Sattao begrüßt, die sich freuten, sie wiederzusehen.
Sattao, Musiara und Dololo ziehen nach Ithumba um
(übersetzt aus dem englischen Original; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)

Musiara, Sattao und Dololo haben ein paar aufregende Jahre im Waisenhaus des Sheldrick Wildlife Trust in Nairobi hinter sich. Musiara war noch sehr klein, als eine Filmcrew ihn Anfang 2017 in der Maasai Mara sah, wie er ganz allein durch die Wildnis streifte und vergeblich versuchte, sich vorbeiziehenden Herden anzuschließen – bis er schließlich zu schwach wurde und einfach liegenblieb. Sattao wurde in ähnlich zartem Alter wenige Monate später gerettet; er war vermutlich von Wilderern zum Waisen gemacht worden und hatte schon Bisse von kleinen Raubtieren am ganzen Körper. Als Dololo schließlich im September 2018 ins Waisenhaus kam, hing sein Leben am seidenen Faden. Seine Rettung war die dramatischste der drei: er war in einem Wasserloch stecken geblieben, und nur sein Rüssel ragte noch aus dem Wasser heraus. Lange Zeit machte er noch einen mitleiderregenden Eindruck, war nur Haut und Knochen und hatte eingefallene Wangen. Im Laufe von einigen Monaten schaffte er es aber, ein neues Leben zu beginnen – auch dank der Hilfe seiner neuen Freunde, wie Sattao und Musiara! Inzwischen hat er sich so gut erholt, dass er zum Klassenclown der Waisenherde geworden ist! So wird es langsam Zeit für diese drei frechen kleinen Bullen, mit anderen, größeren Elefanten Bekanntschaft zu machen; diese werden ihnen alles wichtige beibringen, was sie brauchen, um in der Wildnis zu leben, und sie werden ihnen auch den nötigen Respekt abverlangen!
„Sattao, Musiara und Dololo ziehen nach Ithumba um“ weiterlesen

