Thuma Telegraph September 2017

Liebe Unterstützer und Freunde,

 

die kalten und windigen Tage sind vorbei und es wird inzwischen tagsüber wieder brütend heiß. Der Wald ist trocken und man sieht wieder viel leichter Wildtiere. Es ist fast unmöglich, durch den Wald zu laufen oder zu fahren, ohne irgend ein Tier zu sehen. Die Elefanten sind überall und bewegen sich inzwischen auch in Gebieten, in denen vormals viele Holzkohlewilderer zugange waren. – Wir „erobern“ diese Gebiete, die ja formal zum Thuma Waldreservat gehören, langsam wieder zurück. In der Gegend (West-Thuma), die topographisch sehr schroff ist, gibt es viele Täler und eine wunderbare Aussicht. Das Ausmaß der Entwaldung ist hier ganz besonders schlimm, aber wir wissen auch, daß sich der Wald wieder erholen kann, wenn die Wilderer wegbleiben. „Thuma Telegraph September 2017“ weiterlesen

„Elephants in Heaven“

Joachim Schmeisser „Elephant Bull with two birds“ Kenya, 2017

 

Joachim Schmeisser
Joachim Schmeisser

 

„Das Unsichtbare unter der Oberfläche, die eher leisen aber intensiven Begegnungen sind es, die mich interessieren“ – Joachim Schmeisser.

 

Am 23. November 2017 wurde in der Galerie IMMAGIS Fine Art Photography in München die Ausstellung „Elephants in Heaven“ des Fotografen Joachim Schmeisser eröffnet. Zu sehen ist eine Auswahl teils großformatiger Highlights aus seinem aktuell erschienenen Bildband „Elephants in Heaven“.

 

Seit 2009 portraitiert Joachim Schmeisser Elefantenwaisen in Kenia, die durch den David Sheldrick Wildlife Trust eine zweite Chance auf Leben bekommen. Seine Bilder sind größtenteils in schwarz-weiß gehalten und wirken gerade deshalb besonders ausdrucksstark. Die wenigen Farbmomente, die sich in seinen Bildern finden, spiegeln die rote Erde Tsavos wider. Es sind sehr emotionale Portraits, die sowohl das verspielte Wesen der Elefantenbabys aber auch die starken sozialen Bindungen von Elefanten zum Ausdruck bringen.

 

Das Buch gewährt seinem Betrachter jedoch nicht nur einen Einblick in das Leben der Elefantenwaisen, sondern zeigt auch sehr eindrucksvoll die Zusammenarbeit des David Sheldrick Wildlife Trust mit dem Kenya Wildlife Service. Joachim Schmeisser begleitete dafür die Anti-Wilderer-Einheiten auf ihren Patrouillen und dokumentierte fotografisch, wie brutal Wilderer vorgehen und wie Ranger tagtäglich ihr Leben riskieren, um Kenias Elefanten zu schützen. Für seine faszinierenden Elefantenbilder bekam Joachim Schmeisser 2012 den renommierten Hasselblad Master Award.

 

Saskia Heyder, Vorstandsmitglied REAeV, hatte Gelegenheit, Joachim Schmeisser für ein Interview zu treffen.

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Die Waisen im September

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: September 2017

 

Der September war wirklich beschwerlich. Viele neue Elefantenwaisen kamen zu uns, oft auch der Dürre geschuldet, weil ihre Mütter nicht genug Milch produzieren konnten und oft sogar selbst verdursteten. Es bricht uns das Herz, daß Wilderei und bewaffnete Konflikte offenbar nicht genug sind, sondern sich die verbleibenden Elefanten auch noch mit Wasser- und Futterknappheit herumschlagen müssen. Wir arbeiten hart, die größte Elefantenpopulation Kenias im Tsavo-Nationalpark bei ihrem Überlebenskampf zu unterstützen, zum Beispiel durch Windkraft betriebene Wasserpumpen. „Die Waisen im September“ weiterlesen

Update: USA erlauben Einfuhr von Elefanten-Trophäen

US-Großwildjäger dürfen künftig wieder Stoßzähne afrikanischer Elefanten importieren.

 

Donald Trump, in Form der- US-Regierung hat das Importverbot von Elefanten- Jadgtrophäen aus Simbabwe und Sambia aufgehoben für Trophäen gejagte Tiere aus dem Zeitraum Januar 2016 bis Dezember 2018.

 

Damit wurde ein Verbot rückgängig gemacht, das Barack Obama erlassen hatte. Vorangetrieben wurde die Neuregelung von der Safari Club International Foundation und der mächtigen Waffenlobby NRA. Die Jäger haben es unter anderem auf das teure Elfenbein der vom Aussterben bedrohten Elefanten abgesehen.

 

Diese Wende dürfte die gerade eingeführten Handelsverbote-  der USA und China untergraben und den illegalen Handel und damit die Wilderei wieder stärken.

 

Wenn Sie sich einsetzen wollen – hier gibt es eine Petition gegen diese Entscheidung.

 

UPDATE vom 18.11.2017

Donald Trump reagiert auf die massive Kritik von Tierschützern:
Der US-Präsident stoppte vorerst die Erlaubnis, Stoßzähne afrikanischer Elefanten zu importieren.

Wir werden weiter verfolgen, wie die USA hier weiter vorangehen werden.

Die Waisen im August

Monatsbericht für die Nursery-Gruppe: August 2017

 

Die Warzenschweine haben sich diesen Monat an fast allen Aktivitäten der Waisenelefanten beteiligt, um bloß nicht ungeschützt den Löwen ausgeliefert zu sein. Die Waisen dagegen sind nicht besonders erpicht auf die Gesellschaft der Schweine gewesen, besonders, wenn sie sich zu nahe an ihren Luzernepellets aufhielten! Während sich die Elefantenherde in der Suhle vergnügte, mußte immer ein Einer Luzerne-Wache schieben. Manchmal brauchte es sogar die Verstärkung von weiteren Elefanten, so wie Rapa eines Tages Tagwa zu Hilfe eilen musste, um die Warzenschweine loszuwerden. Manchmal stürzen sich sogar die Kleinsten – z.B. Musiara, Sattao und Mactau – mit ins Getümmel, aber eher aus Spaß als aus Sorge um die Luzerne. Bei allem Vergnügen fühlten sich die Elefanten trotzdem manchmal auch bedrängt von den Warzenschweinen. Die haben sich so an Elefanten gewöhnt und haben überhaupt keine Angst mehr vor deren Scheinangriffen. An einem Tag schafften es Mbegu, Kauro, Ndotto, Lasayen und Pare zu fünft nicht, eine große Warzenschweinsau zu verscheuchen. Sie blickte nur kurz auf, drehte den Elefanten ihren Hintern zu und ließ sich überhaupt gar nicht stören oder gar bewegen. Die Waisen mussten ihr und ihren Ferkeln irgendwann die Luzernereste überlassen. Die meisten Wildtiere im Park, inklusive der Büffel, nehmen die Warnungen der Elefantenwaisen allerdings durchaus ernst. Nach der Dämmerung schleichen die Büffel manchmal auch durch das Stallgelände und suchen nach Luzerneresten an Maxwells Gehege. Eine Büffelkuh versuchte an einem Tag einen Keeper zu verjagen, aber Mbegu, Maramoja, Kauro, Godoma, Lasayen, Ndotto, Pare und Rapa liefen geschlossen, trompetend und mit weit aufgestellten Ohren auf sie zu. Die Büffelkuh zögerte nicht und rannte auf und davon zurück zu ihrer Herde. Die Elefanten stampften so lange herum, bis von Büffeln keine Spur mehr zu sehen war!

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