(übersetzt aus dem englischen Bericht des Sheldrick Wildlife Trusts; alle Bilder © Sheldrick Wildlife Trust)
Arthi ist ein ruhiger, selbstbewusster kleiner Elefantenbulle, der gerne sein eigenes Ding macht, aber auch mal mit ein paar netten Freunden zusammen ist. Nach seiner erfolgreichen Rettung waren gab es nicht nur ein, sondern gleich zwei gerettete Wildtiere zu feiern!
Am 3. August 2025 war Hamish, einer der Piloten des Sheldrick Wildlife Trust (SWT), gerade auf einer routinemäßigen Patrouille über Tsavo unterwegs, als er ein kleines verlassenes Kalb im Busch erspähte. Es schien etwa ein Jahr alt zu sein und daher in großer Gefahr, ganz auf sich allein gestellt; es machte auch schon einen ziemlich gestressten Eindruck. Das Team beobachtete das Kalb eine Weile aus der Luft und suchte nach Spuren seiner Familie irgendwo in der Nähe.
Um ganz sicher zu gehen, machte sich noch ein zweiter Pilot, Neville, auf den Weg. Er verfolgte den Weg des Kalbs und seine sich immer bedrohlicher werdende Situation zwei Stunden lang. Am Ende war immer noch nicht klar, warum es verwaist war, aber es stand fest, dass es ohne den Schutz seiner Herde in großer Gefahr war, zu verhungern oder Raubtieren zum Opfer zu fallen. Es war offensichtlich, dass es ein Waisenbaby war, und so gab der Kenya Wildlife Service (KWS) den Auftrag, es zu retten.






Helikopter-Pilot Taru flog zusammen mit zwei Keepern zu der Stelle hinaus in den Busch. Auf dem Weg dorthin sah er einen ausgewachsenen Elefanten, der stark humpelte! Nach ein paar Runden um das Tier herum stellte sich heraus, dass der Bulle mit einer Schlinge zu kämpfen hatte, die sich schon in seinen Vorderfuß eingeschnitten hatte. Durch die Verletzung konnte schon nur noch sehr schlecht laufen, so dass klar war, dass er nicht weit kommen würde; das Team merkte sich die Stelle, um dorthin zurückzukommen, nachdem das Waisenbaby in Sicherheit gebracht worden war.
Danach machten sie sich wieder auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel. Taru setzte die Keeper in der Nähe des Kalbs ab und dirigierte sie dann aus der Luft durch dichtes Buschland zu dem Baby. Es war zwar noch jung, aber auch ein einjähriger Elefant hat schon ganz ordentliche Größe und Gewicht! Sie mussten daher erst einmal etwas Platz im Gebüsch schaffen damit der Helikopter landen konnte. Danach war es nicht ganz einfach, das Baby in den Hubschrauber zu laden, aber schließlich hatten sie es geschafft.

Da es schon recht spät war und auch noch der durch die Schlinge verletzte Elefant behandelt werden musste, übernachtete das Kalb in der Waisenstation des SWT in Kaluku. Er hatte eine geruhsame Nacht und wurde am nächsten Morgen ins Waisenhaus nach Nairobi geflogen. Der kleine Bulle wurde Arthi genannt, in Anlehnung an den Athi-Fluss, in dessen Nähe er gefunden wurde.





Arthi war von Anfang an ein ruhiger und zufriedener kleiner Elefant. Edwin, der Chef-Keeper des Waisenhauses, war sehr beeindruckt von seinem ausgeglichenen und fast schon erwachsen wirkenden Auftreten. Arthi ist sich auch meist ziemlich sicher bei dem, was er tut, und kann sich prima selbst die Zeit vertreiben. Er ist aber auch gern mit dem freundlichen und schon etwas größeren Taroha und dem netten Olomunyak unterwegs. Die kleine Wamata, die ungefähr im gleichen Alter wie Arthi ist, war anfangs etwas eifersüchtig auf ihn und wollte ihn immer wieder ärgern. Inzwischen respektiert sie ihn aber, und so langsam freunden sich die beiden auch an.





Die meisten der Nachwuchs-Kindermädchen der Herde bemuttern immer noch den kleinen Kipekee, aber Muridjo und Kerrio sind kaum von Arthi abzubringen. Auch Talek ist sehr liebevoll zu ihm, und mit ihm ist er ebenfalls gern unterwegs. Man kann sagen: der kleine unabhängige Arthi hat seinen Platz in der Waisenherde gefunden.

Was den verletzten wilden Bullen angeht, so kehrten die Helfer des SWT zusammen mit der mobilen Tierarzt von SWT und KWS zu ihm zurück und behandelten ihn erfolgreich. Er hatte schon signifikante Verletzungen davongetragen, aber Dr. Limo ist zuversichtlich, dass er sich wieder komplett erholen wird.
Und so wurden an einem Tag gleich zwei Elefantenleben gerettet — das zeigt, wie wichtig die Patrouillenflüge und die schnelle Hilfe der Mitarbeiter des SWT in solchen Situationen sind.
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